Kleine Bibelgeschichten

Im richtigen Moment

Ein junger Christ aus Chile erzählt: Ich hatte ein sehr wildes Leben geführt, und nun war ich entschlossen, allem ein Ende zu setzen. Der Schicksalstag kam, und die Tabletten, die mich ins Jenseits bringen sollten, lagen schon bereit. – Gerade will ich die letzte Handlung vollziehen, da scheint es mir, als ob es leise an der Tür klopft. Überrascht halte ich inne; da ist es wieder, dieses leise Klopfen. Vorsichtig öffne ich die Tür einen Spalt. Zwei kleine Jungen legen etwas in meine Hand und sagen: „Das ist für Sie.“ Dann gehen sie wieder. – Es ist ein Kalender mit einem Bibelvers für jeden Tag und einer kurzen Erklärung. In meiner tiefen Verzweiflung und meinem geistlichen Hunger fange ich an, die Botschaften eine nach der anderen zu lesen. Da erfahre ich, dass Jesus Christus für mich am Kreuz gestorben ist, um mich zu erretten und mir ewiges Leben zu geben. – In dieser Nacht bin ich aus dem Tod in das Leben übergegangen, aus der Finsternis zum Licht. Wie aber kam es, dass ich dieses unerwartete Geschenk genau in diesem Augenblick erhielt? Am nächsten Morgen erfuhr ich, dass der Kalender vielen Politikern angeboten worden war. Einer konnte damit nichts anfangen und gab ihn seinem Gärtner weiter. Als der am Abend kurz hineinschaute, stellte er ärgerlich fest, dass es ein christlicher Kalender war. Da gab er seinen Kindern den Auftrag, ihn dem Nächstbesten weiterzugeben, den sie antreffen würden. Und die haben dann an meine Tür geklopft …

Eine durchlesene Nacht

„Behalten Sie die – Ihre alte Bibel. Die brauche ich nicht. Ich bin mein eigener Gott!“ So wurde ein Besucher abgeschmettert, der im Gefängnis einem Inhaftierten namens José gerade ein Neues Testament angeboten hatte. Trotzdem kam er eine Woche später wieder. Er traute seinen Augen nicht: José kam herbeigelaufen, bot ihm den Arm und rief aus: „Jetzt können Sie mich Bruder nennen!“ Er erzählte seine Geschichte: „Ich hatte das Neue Testament, das Sie mir geben wollten, abgelehnt, aber ein anderer Inhaftierter nahm es an. Als wir wieder in unsere gemeinsame Zelle kamen, bat er mich, ihm laut vorzulesen, was in dem kleinen Buch stand. Das ging mir maßlos auf den Geist, aber ich tat es trotzdem, weil ich ihm die Bitte nicht abschlagen wollte. Er konnte nämlich selbst nicht lesen. Als ich nach einiger Zeit aufblickte, sah ich, dass mein Zuhörer eingeschlafen war. Ich kann Ihnen nicht erklären, warum – aber ich habe weitergelesen, die ganze Nacht! Dann fing Gott an, zu meinem Herzen zu reden. Ich verstand, dass ich Ihn um Vergebung bitten musste für mein Verbrecherleben und dass ich mein Leben dem Herrn Jesus Christus übergeben musste. Und das habe ich getan!“ José ist inzwischen aus dem Gefängnis entlassen und echt befreit von der Last seiner Vergangenheit. Er ist ein aktiver Christ, der gemeinsam mit anderen Christen in Argentinien im Dienst Jesu steht.

Es war keine Brieftasche!

Bei einer Evangelisation erzählten verschiedene Anwesende, was Christus in ihrem Leben getan hatte. Einer von ihnen zog ein Neues Testament aus der Tasche und gab folgenden, sicher nicht alltäglichen Bericht: „Ich war ein Taschendieb. In meinem Umfeld rühmte man meine Fingerfertigkeit. Eines Tages fiel mir die Hosentasche eines Mannes auf, der vor mir herging: Sie erschien mir ungewöhnlich prall. Ich witterte ein gutes ,Geschäft`: eine dicke Brieftasche. Im Handumdrehen hatte ich sie entwendet. Zu Hause fand ich dann zu meiner großen Enttäuschung, dass die vermeintliche Brieftasche ein Buch war. Verärgert warf ich es in eine Ecke. Einige Zeit später aber kam es mir beim Aufräumen wieder unter die Augen. Aus Neugier begann ich darin zu lesen. Mein Interesse nahm von Tag zu Tag zu, und bald lernte ich durch dieses Neue Testament den Erretter Jesus Christus kennen.“

Das Buch ist auch für mich

In der Kolonialzeit sah einmal ein Europäer, der sich am Kap der Guten Hoffnung angesiedelt hatte, einen Schwarzen in der Bibel lesen. Verächtlich meinte er: „Dieses Buch ist nicht für deinesgleichen.“ „Doch, es ist für mich, Herr“, war die Antwort. „Wie willst du das wissen?“ – „Weil mein Name darin vorkommt.“ – „Dein Name? Wo denn?“ – „Hier“, entgegnete der Schwarze. Er zeigte auf den Spruch: Jesus Christus ist in die Welt gekommen, um Sünder zu erretten. „Sünder – das bin ich! Darum ist das Buch auch für mich.“

Vor Angst bewahrt

Der englische Philosoph und Nobelpreisträger Bertrand Russell (1872-1970) berichtet in seiner Autobiografie, dass er von seiner Großmutter eine Bibel geschenkt bekam. Auf dem Vorsatzblatt waren ihre Lieblingsstellen verzeichnet. Eine davon lautet: „Du sollst der Menge nicht folgen, um Böses zu tun“ (2. Mose 23,2). Dieses von ihr so hervorgehobene Bibelwort habe ihn im späteren Leben vor der Angst bewahrt, „einer Minderheit anzugehören“.

Alle Geschichten wurden dem Onlinekalender „Die gute Saat“ entnommen.
Herzlichen Dank an den CSV-Verlag für die freundliche Genehmigung zur Veröffentlichung.

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