Der Neuanfang eines Vaters

Der Neuanfang eines Vaters

Bei einer öffentlichen Versammlung der Londoner Inneren Mission erzählte der Prediger Ainslie folgende Geschichte: ein Vater, der nicht an Gott glaubte, erlaubte seiner Frau, ihre beiden Kinder sonntags zur Kinderstunde in die Kirche zu schicken. Eins von ihnen wurde kurz darauf krank, und wie man leider bald einsah, unheilbar. Am letzten Lebensabend des Kindes kam der Vater von einer Gesellschaft nach Hause, als seine Frau zu ihm sagte: „James liegt im Sterben.“ Der Vater ging hinauf, näherte sich dem Bett seines sterbenden Kindes, und als er den Knaben sah, sagte dieser zu ihm: „Ich bin sehr glücklich. Ich gehe in den Himmel. Wirst du mich dort wiederfinden, lieber Vater?“ und verschied augenblicklich darauf.
Diese Mahnung war zu dringend für ihn. In solcher Einfalt gesprochen, vom heiligen Geiste eingegeben, war es wie auf die Tafel seines Herzens geschrieben und dort für ewig eingegraben. Oft, aber vergeblich versuchte er den Eindruck aus seinem Gemüte zu verwischen. Er gesteht ein, dass er ein Trunkenbold, ein Lästerer, ja um seine eigenen Worte zu gebrauchen „das größte Ungeheuer der Hölle“ gewesen sei. Die Mahnung drang jedoch immer tiefer in ihn, und als er eines sonntags (er war Droschkenkutscher) eine Gruppe einige Meilen außerhalb der Stadt gefahren hatte, spannte er schnell sein Pferd aus und ging zur Kirche. Eines der auf diesen Tag fallenden Kapitel der Bibel, 2. Samuel 12, enthält Davids Klagen über den Tod seines Sohnes. Als er die Worte Davids hörte:“Ich werde wohl zu ihm fahren, er kommt aber nicht wieder zu mir.“, dachte er, für ihn sei es unmöglich. Sein vergangenes Leben, sein spöttischer Unglaube über den Himmel raubten ihm die Hoffnung sein Kind in jener glücklichen Welt wieder zu sehen. Er war betrübt. Kein frommer Freund stand ihm zur Seite und er konnte weder Licht noch Frieden in dieser Zeit geistiger Traurigkeit finden. Zu seiner großen Freude besuchte ihn ein Sprecher der Inneren Mission. Diesem offenbarte der Mann seinen Gemütszustand. Die Lehren, Ratschläge und Gebete des Besuchers wurden vom heiligen Geist gesegnet. Der Mann entsagte seinem Unglauben und eine gänzliche Veränderung ging in ihm vor. Er und seine Frau sind nun regelmäßige Kirchgänger, und er hat jetzt  die freudige Hoffnung, sein Kind im Himmel wiederzusehen.

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Leicht gekürzt aus den „Christlichen Geschichten“ von Ludwig S. Jacoby, zweite Auflage im Jahre 1857. Alle Artikel der Kategorie Geschichten von Christliche Perlen untereinander.


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