Tagebuch von Naemans Dienerin

Unter den Personen der Bibel, die mich besonders beeindruckt haben, ist auch ein junges Mädchen. Selbst wenn über sie dort nur wenig berichtet wird. Sogar ihr Name ist unbekannt. Obwohl sie von den Aramäern (Syrern) aus Israel verschleppt wird und bei deren Feldhauptmann Naeman dienen muss, hält sie an ihrem Glauben fest. Mehr noch: sie tut dem Hauptmann Gutes, als sei sie extra dafür von Gott zu ihm gesandt. Ihr Edelmut und ihr Festhalten an Gott trotz Leid setzen mich in Erstaunen. Und Gott steht ihr bei. Ja, man kann auch in Schwierigkeiten vertrauen, dass er einen guten Plan hat.

Tagebuch von Naemans Dienerin

7. Tag des zweiten Monats

Sie haben uns geschnappt. Die Syrer, diese Räuber, sind wieder in unser Land eingefallen, um zu plündern und dabei haben sie einige aus unserem Ort auf dem Feld erwischt. Sie waren eine ganze Horde mit Pferden und sie waren bewaffnet. Diese fiesen Kerle haben uns in ihr Lager geschleppt und an einen Baum gekettet.
Werde ich meine Lieben jemals wiedersehen? Oh Gott, warum hast du das nur zugelassen? Gibt es dich überhaupt und siehst du mich? Will ich das noch glauben? Aber ach, ich kann ja nicht leben ohne dich. Du bist der einzige, der jetzt noch helfen kann. Mach, dass sie uns nicht noch mehr antun. Herr, tu etwas! Hol uns hier raus! Und beschütze mein Volk Israel. Mach, dass die Syrer nicht noch mehr anrichten!

9. Tag des zweiten Monats

Sie haben noch mehr Leute gefangengenommen. Es sind Leute aus der Umgebung, die ich kenne. Diese Kerle schrecken vor nichts zurück. Wir werden den ganzen Tag vorwärtsgehetzt. Jede Stunde geht es weiter fort von zu Hause. Es gibt kaum eine Pause. Wer nicht mitläuft, wird geschlagen. Und keine Möglichkeit zur Flucht. Dieses Gesindel zieht mit Dreistigkeit durch unser Land. Herr, sei uns gnädig! Hilf uns! HILF MIR!

21. Tag des dritten Monats

Durst, Hunger, Kälte in der Nacht, keine Ruhe und dann all dieses Elend. Ich bin am Ende meiner Kraft. Jetzt haben sie uns in ein syrisches Dorf getrieben. War das ein Gezeter, als sie die Beute aufteilten! Mich hat man mit einigen anderen zum Verkauf auf den Marktplatz gebracht. Wo werde ich hinkommen? Werde ich wenigstens noch mit einigen Bekannten zusammenbleiben können? Ich weiß kaum, wie ich das alles noch verkraften soll. Ich bin doch noch so jung. Gott, du bist alles, was ich noch habe. Verlass mich nicht!

16. Tag des fünften Monats

Jetzt bin ich also endgültig verkauft. Man hat mich getrennt von den anderen in das Anwesen Naemans gebracht, wo ich den ganzen Tag Hausarbeit machen muss. Ausgerechnet in das Haus des obersten Hauptmanns des syrischen Heeres, die uns all das angetan haben. Über Naeman steht nur noch der syrische König.
Das Gebäude hier ist riesig, voller Menschen und sehr nobel eingerichtet. Ich konnte baden und bekam saubere Kleidung. Die Frau von Naeman kümmert sich um alles. Sie ist eine sehr elegante Dame, aber wenigstens nicht böse. Ich vermisse meine Familie. Ich bin so weit weg von zu Hause, den Weg finde ich nie allein zurück.

27. Tag des fünften Monats

Naeman ist wirklich ein mächtiger Mann im Land. Alle haben Respekt vor ihm. Soll ich ihn hassen, weil er seine Leute in Israel plündern lässt? Ach, das Rauben ist ja Gang und Gäbe in allen Ländern. Aber hier ist er gut zu seinen Leuten. Er tut mir leid wegen seinem Aussatz. Das ist eine schreckliche Krankheit, die die ganze Haut wegfrisst. Ja, wenn der Prophet Elisa hier wäre, der könnte ihn heilen. Der hat mit Gott sogar schon einen Jungen von den Toten auferweckt.  Und giftiges Essen genießbar gemacht. Und aus wenig Essen viel gemacht. Aber der wohnt in Samarien.

5. Tag des sechsten Monats

Ich habe Naemans Frau von dem Propheten Elisa erzählt. Sie hat mir daraufhin viele Fragen gestellt. Dann ist Naeman zum König gegangen und hat sich die Erlaubnis geholt, selbst nach Samarien zu Elisa zu reisen um sich heilen zu lassen. Er wird begleitet von einem riesigen Heer Soldaten. Ich bin vielleicht aufgeregt. Was ist, wenn Elisa ihn wegschickt? Oder die Krankheit nicht beheben kann? Dann war die ganze Reise umsonst. Und ich war es schuld. Aber Elisa hat Gott und Gott hat ihm stets auf besondere Art geholfen. Die Frau von Naeman ist sehr nett zu mir. Ich hätte es schlechter treffen können. Herr, bitte mache Naeman gesund, wenn er zu Elisa kommt!

12. Tag des zehnten Monats

Endlich ist Naeman von seiner Reise wiedergekommen. Ich habe es immer gewusst, dass es möglich ist, aber als ich ihn selbst sah, konnte ich es trotzdem kaum fassen: Gott hat ihn völlig wieder hergestellt. Elisa hat ihm nur aufgetragen, sich sieben mal im Jordanfluss unterzutauchen und als er das letzte Mal hochkam, war er völlig geheilt. Naeman und seine ganze Familie glauben jetzt auch an den Höchsten. Ganz Syrien hat von unserem Gott gehört. Jeder weiß, dass man bei ihm Hilfe finden kann.
Und ich glaube langsam, dass er das alles mit mir nicht umsonst zugelassen hat. Danke, Herr, dass du Naeman gesund gemacht hast. Ich danke dir so sehr.
Bitte übernimm auch mein weiteres Leben.

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Dieser Text wurde von christlicheperlen verfasst und darf vervielfältigt werden, sofern keine kommerziellen Absichten vorliegen.

Die Geschichte kann hier noch einmal direkt in der Bibel nachgelesen werden:
2. Könige 5. Mehr dazu noch hier.

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