Aus der Biographie einer Wüstenmaus

Aus der Biographie einer Wüstenmaus

… Schon unzählige Male war ich dankbar, als Wüstenmaus auf diese Erde gekommen zu sein. Denn weil ich klein von Wuchs war, so fand ich leicht einen Weg in den Palast des Königs Josaphat. Und dort, unter einer verzierten Wölbung seines prunkvollen Throns lauschte ich seinen huldvollen Worten und nahm täglich zu an Weisheit und Gelehrsamkeit. Ja, er war ein überaus kluger und gottesfürchtiger Herrscher und das Reich Juda wuchs beständig unter ihm.
So war ich auch zugegen, als eines Tages die Meldung kam, dass ein großes Heer von Ammonitern, Moabitern und Meunitern gegen seine Hauptstadt Jerusalem anrückte. Es war das erste Mal, dass ich einen Anflug von Furcht in seiner Stimme vernahm, doch befahl Josaphat tapfer, ein Fasten zu Gott im Königreich auszurufen. Auch er selbst zog sich direkt vermehrt zum Beten zurück, wenn er nicht gerade Maßnahmen zur Verteidigung anordnete. So kamen die Menschen aus ganz Juda im Tempel zusammen, um Gottes Hilfe zu suchen. Ich bin natürlich auch hin, um mitzubeten. Bei so einer Übermacht zählte wirklich Mann und Maus.
Der König trat vor und sprach laut vor allen ein langes Gebet zu Gott. Es endete mit: „Unser Gott, willst du sie nicht richten? Denn in uns ist nicht Kraft gegen diesen großen Haufen, der wider uns aufkommt. Wir wissen nicht, was wir tun sollen; sondern unsre Augen sehen nach dir.“ Ganz Juda stand so vor Gott. Da kam auf Jahasiel der Geist des Herrn mitten in der Gemeinde, und er sprach: „Merkt auf, ganz Juda und ihr Einwohner zu Jerusalem und du, König Josaphat! So spricht der Herr zu euch: Ihr sollt euch nicht fürchten noch zagen vor diesem großen Haufen; denn ihr streitet nicht, sondern Gott. Morgen sollt ihr zu ihnen hinabziehen; und siehe, sie ziehen die Höhe von Ziz herauf, und ihr werdet sie treffen, wo das Tal endet, vor der Wüste Jeruel. Aber ihr werdet nicht streiten in dieser Sache. Tretet nur hin und steht und seht das Heil des Herrn, der mit euch ist, Juda und Jerusalem. Fürchtet euch nicht und zaget nicht. Morgen zieht aus wider sie; der Herr ist mit euch.“
Da beugte sich Josaphat mit seinem Antlitz zur Erde, und ganz Juda und die Einwohner von Jerusalem fielen vor dem Herrn nieder und beteten ihn an. Und die Leviten machten sich auf, zu loben den Herrn, den Gott Israels, mit lauter Stimme gen Himmel…
Die Atmosphäre war einfach unbeschreiblich. Ich zitterte vor lauter Aufregung. Hoffentlich ging das mal alles gut!
In dieser Nacht konnte ich kein Auge zumachen. War ich froh, dass es schon früh am nächsten Morgen losging. Unser Heer zog der Übermacht direkt entgegen, ich natürlich in vorderster Reihe mit. Ich hatte mir eine Nussschale als Helm aufgesetzt und eine ordentliche Lanze zurechtgenagt, um Josaphat zu beschützen. Er stand am Stadttor, als die Truppen ausrückten und rief: „Hört mir zu, Juda und ihr Einwohner zu Jerusalem! Glaubet an den Herrn, euren Gott, so werdet ihr sicher sein; und glaubt an seine Propheten, so werdet ihr Glück haben.“ So unterwies Josaphat das Volk und bestellte die Sänger zum Herrn, dass sie lobten in heiligem Schmuck und vor den Gerüsteten her zögen und sprächen: „Danket dem Herrn; denn seine Barmherzigkeit währet ewiglich.“ Und als sie anfingen mit Danken und Loben, ließ der Herr einen Hinterhalt kommen über die von Ammon und Moab und die auf dem Gebirge Seir, die gegen Juda gekommen waren, und sie wurden geschlagen. Schließlich brachten sie sich noch gegenseitig um.
Als wir an ihrem Lager in der Wüste ankamen, sahen wir uns um; und siehe, da lagen die Leichname unserer Feinde auf der Erde, dass keiner entronnen war. Ich piekste gegen den einen oder anderen mit der Lanze und sagte: „Das habt ihr nun davon!“ Aber sie rührten sich nicht. Sie waren wirklich mausetot, wenn Sie verstehen, was ich meine.
Natürlich kam König Josaphat mit seinem Volk, die Beute auszuteilen, und sie fanden unter ihnen so viele Güter und Kleider und köstliche Geräte, dass es auch nicht zu tragen war. Sie teilten drei Tage den Raub aus; denn es war viel. Am vierten Tage aber kamen sie zusammen im Lobetal; denn daselbst lobten sie den Herrn. (Verständlicherweise!) Daher heißt die Stätte Lobetal bis auf diesen Tag.
Daraufhin kehrte jedermann von Juda und Jerusalem wieder um und Josaphat an der Spitze, dass sie gen Jerusalem zögen mit Freuden; denn der Herr hatte ihnen eine Freude gegeben an ihren Feinden. Sie zogen in Jerusalem ein mit Psaltern, Harfen und Drommeten, direkt zum Hause des Herrn. Jawoll. Und die Furcht Gottes kam über alle Königreiche in den Landen, als sie hörten, dass der Herr wider die Feinde Israels gestritten hatte. Danach war das Königreich Josaphats still, und Gott gab uns Ruhe umher. So hatte Gott den Angriff zum Guten umgewandt. Ich aber kam noch oft in den Palast, um weiter diesen treuen König anzuhören, dessen Glauben sein Volk gerettet hatte…

Der biblische Bericht ist nachzulesen in 2. Chronik 20.

Diese Geschichte wurde von christlicheperlen verfasst und darf für nicht kommerzielle Zwecke vervielfältigt werden.

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