Rollenspiel zur Verlobung

Rollenspiel zur Verlobung

Personen: Jakob, zwei Hirten, Rahel, Laban, Sprecher

Requisiten: zwei Schafe aus Pappe und ein kleineres, das man auf den Armen tragen kann, ein großer runder Stein zum Abdecken des Brunnenlochs aus Pappe, orientalische Musik, ein Holztisch mit zwei Stühlen, ein Blumenstrauß, Wanderstab

Aufbau: Am Rand der Bühne stehen zwei Schafe aus Pappe. Davor sitzen zwei Hirten an dem runden Stein , der das Brunnenloch abdeckt. Am anderen Rand der Bühne steht ein Tisch mit zwei Stühlen. Es erklingt orientalische Musik zum Eingang. Jakob kommt in biblischem Gewand auf die Bühne und wandert mit seinem Wanderstab einige Male dort auf und ab. Die Musik verklingt.

Jakob: Puh, nun bin ich schon so viele Tage gewandert. Ich habe das Gefühl, ich sehe meine Heimat niemals wieder. Ja, wenn ich meinen Bruder Esau nicht betrogen hätte, dann wäre ich noch dort. Aber er hätte mich gewiss nach allem bei erstbester Gelegenheit umgebracht. Ob ich wohl meinen Onkel Laban finden werde und ob er mich wohl aufnehmen wird? Gott, hilf mir doch, dass es so wird. Doch sind da vorn nicht Schafherden? (Hält die Hand über die Augen und sieht in Richtung der Hirten.) Dann müssen dort auch Hirten sein. Vielleicht kann ich sie fragen, ob sie wissen, wo Onkel Laban wohnt. (Geht auf die Herde zu.)

Jakob zu den Hirten: Liebe Brüder, wo seid ihr her?

Hirte: Wir sind von Haran.

Jakob: Kennt ihr auch Laban, den Sohn Nahors?

Hirte: Wir kennen ihn wohl.

Jakob: Geht es ihm auch wohl?

Hirte: Es geht ihm wohl; und siehe, da kommt seine Tochter Rahel mit den Schafen.

Rahel kommt mit einem weiteren Schaf auf dem Arm heran.

Jakob: Wow, was für eine Frau. Da will ich doch gleich mal den Stein vom Brunnen wälzen, damit sie Wasser zum Tränken hat. (Schiebt den Stein zur Seite.)

Rahel (streichelt das Schaf auf ihrem Arm und redet ihm zu): Ja, mein gutes Schäfchen. Keine Sorge, bald gibt es etwas zu trinken.

Jakob: Gib das Schäfchen nur her, ich gebe ihm schon etwas zu trinken. (Nimmt ihr das Schaf ab und stellt es an den Brunnen.) So, liebes Schaf, jetzt kannst Du Deinen Durst stillen.

Jakob steht wieder auf  und wendet sich an Rahel: Verzeih, ich habe mich gar nicht vorgestellt. Ich bin Jakob, der Sohn von Isaak und Rebekka, der Schwester Deines Vaters. Lass Dich einmal ganz fest drücken. Wir sind doch verwandt. Entschuldige, wenn ich etwas weinen muss. Was bin ich froh, dass ich Dich gefunden habe. (Drückt Rahel an sich.)

Rahel: Oh, schön dass Du da bist, Jakob. Warte, das muss ich sofort meinem Vater Laban sagen. (Läuft ein paar Schritte davon, von wo Laban ihr bereits entgegen kommt.)

Rahel zu Laban: Hallo Vater, stell Dir vor, Jakob ist zu Besuch gekommen, der Sohn von Deiner Schwester Rebekka. Dort steht er an dem Brunnen.

Laban: Nein, ist denn das zu fassen! Jakob, mein Junge! Du siehst genau so aus wie Deine Mutter! Willkommen in Haran. (Läuft auf ihn zu und drückt ihn.) Du musst lange unterwegs gewesen sein. Komm zu uns und iss erst mal etwas. Wie geht es Dir, wie geht es Deiner Mutter? (Legt seinen Arm um Jakob und geht mit ihm davon. Rahel nimmt das Schaf auf und folgt ihnen, auch die Hirten gehen davon. Indessen ertönt Musik und ein Sprecher erscheint.)

Sprecher: Tja, da konnte Jakob Gott aber wirklich dankbar sein. Denn er fand tatsächlich Aufnahme im Hause seines Onkels Laban. Nachdem er diesem von der Flucht vor seinem wütenden Bruder Esau erzählt hatte, war es klar, dass er auch so bald nicht zu seinen Eltern zurückkehren konnte. So war recht schnell ein Monat vergangen, in dem Jakob sich sehr in Labans Haus nützlich gemacht hatte. Und nebenbei die hübsche Rahel ein wenig näher kennengelernt hatte. Ja, sie war deutlich hübscher als alle anderen Mädchen der Umgebung, eingeschlossen ihrer älteren Schwester Lea. (Geht ab. Von der anderen Seite der Bühne treten Jakob und Laban auf und setzen sich an den Tisch.)

Laban: Du hast mir ja wirklich gute Dienste bisher erwiesen, Jakob. Ein tüchtiger Arbeiter bist Du. Aber auch wenn Du unser Verwandter bist, solltest Du mir doch nicht umsonst helfen. Sage an, was soll dein Lohn sein?

Jakob: Also wenn Du mich so fragst: Ich will dir sieben Jahre um Rahel, deine jüngere Tochter, dienen. Damit Du sie mir zur Frau gibst.

Laban: Du hast Recht. Es ist besser, ich gebe sie dir als einem andern; bleibe bei mir. (Die beiden schütteln sich die Hand, stehen auf und gehen ab. Inzwischen kommt Rahel summend von der anderen Seite der Bühne zum Brunnen und nimmt dort Platz.)

Rahel: Was für ein schöner Abend das doch ist. Und was für eine friedliche Atmosphäre. Einfach traumhaft. Oh, da vorne kommt Jakob.

Jakob (kommt heran mit einem Blumenstrauß hinter dem Rücken): Hallo, Rahel. Schön Dich hier zu sehen. Eine wundervolle Frau in einer wunderschönen Umgebung. Hier, eine Kleinigkeit für Dich. (reicht ihr den Strauß)

Rahel: Oh, danke, Jakob. Der ist aber hübsch.

Jakob: Nicht halb so hübsch wie Du. Sag mal, ich hoffe, Du hast nichts dagegen, aber ich habe heute mit Deinem Vater Laban gesprochen. Und nun sind wir verlobt.

Rahel: Ohhh!

Jakob: Es ist Dir doch hoffentlich auch Recht, oder? Ich konnte Dich leider nicht vorher fragen. Es hätte ja sein können, dass Dein Vater Nein sagt.

Rahel: Nun, ich denke, es ist schon in Ordnung, Jakob. (Riecht an den Blumen) Und wann ist denn die Hochzeit?

Jakob: Ähem, in 7 Jahren. So lange muss ich für Dich arbeiten, doch das ist mir die Sache alle Male wert. Das ist ja gerade mal wie 7 Tage. Stell Dir vor, wie schön das Leben erst sein wird! Gott sei Dank, der Dich mir geschenkt hat. Ich bin der glücklichste Mann der Welt.

Rahel: 7 Jahre! Das erscheint mir noch ewig! Doch wollen wir die Zeit schon jetzt nutzen, um uns noch besser kennenzulernen und alles ganz in Ruhe zu planen. Ich freue mich auch schon sehr, Jakob. Du bist wirklich der beste Mann von allen. Es wird gewiss sehr schön und spannend. Ich bin schon jetzt ganz aufgeregt. (Reicht ihm die Hand. So gehen sie ab. Die Musik erklingt noch einmal kurz. Der Sprecher tritt wieder auf.)

Sprecher: So also war die Verlobung eines der bedeutendsten Paare der ganzen Geschichte. Die Hochzeit kam dann auch, doch das ist eine andere Geschichte. Für heute wollen wir den frisch Verlobten nur viel Glück und Gottes Segen wünschen und eine schöne Zeit des Miteinanders bis zur baldigen Hochzeit. In diesem Sinne: eine schöne Feier allen Anwesenden! (Verbeugt sich, geht ab. Die Musik erklingt wieder. Alle Darsteller treten noch einmal auf die Bühne, fassen sich an der Hand und verbeugen sich gemeinsam. Nach ihrem Abtreten verklingt die Musik.)

Hier das Rollenspiel als PDF.

Dieser Text wurde von christlicheperlen verfasst und darf auch anderweitig publiziert werden, sofern keine kommerziellen Absichten vorliegen.

Die biblische Geschichte ist nachzulesen in 1. Mose – Kapitel 29.

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