Herkunft und Bedeutung von Christi Himmelfahrt

Herkunft und Bedeutung von Christi Himmelfahrt

Wie viele wichtige Ereignisse der Weltgeschichte, so war auch die Himmelfahrt Jesu schon vor langer Zeit von  Propheten des Alten Testamentes vorhergesagt worden. Der Prophet, der dieses Geschehen wohl am deutlichsten ankündigte, war Daniel, den Gott schon in der Löwengrube bewahrt hatte. Es war etwa 600 Jahre vor Christi Geburt, als Daniel in der Nacht eine Vision hatte (1).
Er sah, wie ein Mann in den Wolken des Himmels  zu Gott kam. Gott gab ihm Gewalt, Ehre und Reich, so dass ihm alle Völker, Menschen und Sprachen dienen sollten. Die Gewalt dieses Mannes war ewig, verging nicht, und sein Königreich hat kein Ende. Auf Daniel hinterließ diese Vision einen großen Eindruck.
Ebenfalls beeindruckt waren die wirklichen Augenzeugen, als das Ereignis dann tatsächlich eintrat. Es waren die Jünger Jesu, die drei Jahre an seiner Seite durch das Land Israel gezogen waren. Sie hatten seine Predigten gehört und gesehen, wie er unzählige Wunder vollbracht hatte. Doch sie flohen, als eifersüchtige Priester Jesus festnehmen ließen und dafür sorgten, dass er gekreuzigt wurde. Die Jünger dachten, mit dem Tod Jesu sei die Geschichte zu Ende, aber Jesus blieb nicht lange im Grab. Nach drei Tagen stand er von den Toten auf und erschien seinen Nachfolgern noch mehrmals. Sein bekanntester Jünger Petrus schrieb später in einem Brief, dass Christus (am Kreuz) für unsre Sünden gelitten hat, der Gerechte für die Ungerechten, damit er uns zu Gott führte. (2) Mit anderen Worten: Als einzig Unschuldiger hatte Jesus mit seinem Tod für die Schuld der Menschen bezahlt. Wer sich aufrichtig mit der Bitte um Vergebung an ihn wendet, wird sie erhalten und dazu das ewige Leben bei Gott, wenn seine Zeit auf Erden vorbei ist. Auch schrieb Petrus, dass der Geist Jesu, als sein Leib für drei Tage im Grab lag, in die Hölle (ins Gefängnis) gegangen sei. Dort habe Jesus  zu den Seelen gepredigt, die in der Sintflut umgekommen waren (3). Nur Noah mit seiner Familie hatte sie in der Arche überlebt. So hatte Jesus die Hölle geräumt oder „das Gefängnis gefangengeführt“. (4) Damit ging der Himmelfahrt zunächst eine Abfahrt voraus.
Die Kreuzigung, die den Anhängern Jesu Christi wie eine Katastrophe erschienen war, bekam nun Sinn. Und auch seine Himmelfahrt sollte ihren Grund haben. Jesus hatte ihn schon vor seiner Hinrichtung den Jüngern mitgeteilt: „Aber ich sage euch die Wahrheit: es ist gut für euch, dass ich weggehe. Denn wenn ich nicht weggehe, so kommt der Tröster nicht zu euch. Wenn ich aber gehe, will ich ihn zu euch senden.“ (5)
Mit dem Tröster meinte Jesus den Heiligen Geist, wie er den Jüngern ebenfalls erklärt hatte: „Aber der Tröster, der Heilige Geist, welchen mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch erinnern alles dessen, das ich euch gesagt habe.“ (6)
Es war 40 Tage nach seiner spektakulären Auferstehung. (7) Jesus war in diesen 40 Tagen vielen seiner Nachfolger zum Teil noch mehrmals begegnet (8), einmal 500 von ihnen gleichzeitig (9). Da führte Jesus seine 11 engsten Jünger an einen Ort namens Bethanien und gab ihnen noch verschiedene Anweisungen. Schließlich hob er die Hände auf und segnete sie. Und während er sie segnete, wurde er zusehends aufgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg (10). Die Jünger starrten hinter ihm her. Da erschienen ihnen plötzlich zwei Männer in weißen Kleidern (11). Sie sagten: „Ihr Männer von Galiläa, was stehet ihr und sehet gen Himmel? Dieser Jesus, welcher von euch ist aufgenommen gen Himmel, wird kommen, wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren.“ Petrus schrieb dazu von Jesus, er „ist zur Rechten Gottes in den Himmel gefahren, und ihm sind untertan die Engel und die Gewaltigen und die Kräfte.“ (12) Der Platz rechts vom Hausherrn gebührte seit der Antike dem Thronfolger oder dem Ehrengast. Im Verhör vor der Kreuzigung hatte der missgünstige Hohepriester Jesus gefragt: „Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, dass du uns sagest, ob du Christus bist, der Sohn Gottes.“ Jesus entgegnete ihm: „Du sagst es. Doch ich sage euch: Von nun an wird’s geschehen, dass ihr werdet sehen des Menschen Sohn (Jesus) sitzen zur Rechten der Kraft und (wieder-)kommen in den Wolken des Himmels.“ (13) Damals zerriss der Hohepriester seine Kleider und meinte zu den anderen Priestern: „Er hat Gott gelästert! Was bedürfen wir noch weiterer Aussagen? Siehe, jetzt habt ihr seine Gotteslästerung gehört. Was urteilt ihr?“ Da antworteten die anderen: „Er ist des Todes schuldig!“ So war Jesus nun gekreuzigt, auferstanden und zum Himmel aufgefahren. Die Jünger beteten Jesus nach seinem Verschwinden in den Wolken voll Ehrfurcht an und kehrten mit großer Freude wieder nach Jerusalem zurück. Sie waren von da an stets im Tempel, priesen und lobten Gott. Und schon bald erlebten sie die angekündigte Erfüllung mit dem Heiligen Geist, welcher heute an Pfingsten gedacht wird. (14) Noch heute kann man zu Jesus beten, dass man mit dem Heiligen Geist erfüllt wird. Das bedeutet nichts anderes, als dass der Geist Gottes in unser Herz einzieht und unser Leben mitlenkt. Die Himmelfahrt Jesu hatte den Himmel in Fahrt gebracht. Doch Jesus würde auch auf die Erde wiederkommen. Der Zeitpunkt ist unklar. Deshalb hatte Jesus den Jüngern geraten, wachsam zu sein und zu beten, um bereit zu sein, wenn er kommen würde. Ein Rat, den man befolgen sollte.

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Der Text von Christliche Perlen darf für nicht kommerzielle Zwecke vervielfältigt werden.

Fußnoten:
(1) Daniel 7, 13 – 14, (2) 1. Petrus 3, 18, (3) 1. Petrus 3, 19, (4) Epheser 4, 8
(5) Johannes 16,7, (6) Johannes 14,26, (7) Matthäus 28, (8) Apostelgeschichte 1, 3
(9) 1. Korinter 15, 6, (10)  Apostelgeschichte 1, 9, (11) Apostelgeschichte 1, 10
(12) 1. Petrus 3, 22, (13) Z. B. Matthäus 24,42 und Markus 13,33,  (14) Apostelgeschichte 2

Christi Himmelfahrt (altgriechisch ἡ Ἀνάληψις τοῦ Κυρίου ‚die Aufnahme des Herrn‘, lateinisch Ascensio Domini ‚Aufstieg des Herrn‘, in der Schweiz und Liechtenstein: Auffahrt, alemannisch: Uffert) bezeichnet im christlichen Glauben die Rückkehr Jesu Christi als Sohn Gottes zu seinem Vater in den Himmel. Christi Himmelfahrt wird am 40. Tag nach dem Ostersonntag gefeiert. Deshalb fällt das Fest immer auf einen Donnerstag. Der frühestmögliche Termin ist der 30. April; der spätestmögliche der 3. Juni. Christi Himmelfahrt ist gesetzlicher Feiertag in Deutschland (seit den 1930er Jahren), der Schweiz, Österreich sowie Belgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Grönland, Haiti, Indonesien, Island, Kolumbien, Liechtenstein, Luxemburg, Madagaskar, Namibia, Niederlande, Norwegen und Schweden. In Italien (Ascensione), Polen und Ungarn wurde das Fest als gesetzlicher Feiertag abgeschafft und wird nun am darauffolgenden Sonntag kirchlich gefeiert. In Italien laufen intensive Bemühungen, Christi Himmelfahrt wieder als gesetzlichen Feiertag einzuführen. Über 12 diesbezügliche Gesetzesentwürfe liegen dem römischen Parlament in beiden Kammern vor. Zahlreiche italienische Minister und Politiker stehen dem Anliegen positiv gegenüber, ebenso hochrangige Kirchenvertreter. Im Jahre 2008 fiel Christi Himmelfahrt mit dem Feiertag „Tag der Arbeit“ (1. Mai) zusammen. Diese Konstellation tritt aber nur sehr selten ein, zuvor zuletzt im Jahr 1913 und nach 2008 erst wieder 2160. Im weltlichen Bereich entwickelte sich in Deutschland der Feiertag zum Vatertag. (Auszüge aus Wikipedia).

Hier ein Gedanke zum Vatertag im Zusammenhang mit Himmelfahrt. Alle Artikel der Kategorie Himmelfahrt untereinander.

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