Das Abendmahl

Das Abendmahl

Es war an dem Abend, als Jesus wenige Stunden vor seiner Festnahme das letzte Mal mit seinen 12 engsten Jüngern des Passafestes gedachte. Dieses wurde jedes Jahr von den Juden gefeiert. Dabei erinnerten sie sich daran, wie Gott ihnen aus der Sklaverei der Ägypter zur Flucht verholfen hatte. Es war das unheimliche Sterben all ihrer männlichen Erstgeborenen in einer Nacht gewesen, das die Ägypter willens gemacht hatte, das Volk Israel ziehen zu lassen. Israel aber hatte Lämmer geschlachtet und der Tod war an ihnen vorübergegangen (2. Mose 12). Daher der Name Passa (= deutsche Schreibweise des hebräischen Pessach, bedeutet übersetzt: vorübergehen). Zur jährlichen Passafeier gehörte seitdem auch das Schlachten eines makellosen Opferlammes sowie das Essen ungesäuerter Brote.
So hatten auch Petrus und Johannes ein Lamm zubereitet und alles in einem großen Saal mit Polstern zum Essen hergerichtet. Am Abend setzte Jesus sich mit den zwölf Jüngern dort zu Tisch.
Was nun folgte, waren Handlungen Jesu voller Symbolgehalt, die er in dieser Weise noch nie zuvor ausgeführt hatte. Der biblische Text berichtet, dass er sehr bald mit seiner Festnahme rechnete. Was würde er in dieser letzten gemeinsamen Zeit wohl noch für Instruktionen geben?
Als sie nun aßen, nahm Jesus das Brot, dankte und brach’s und gab’s den Jüngern und sprach: „Nehmet, esset. Das ist mein Leib, der für euch gebrochen wird. Solches tut zu meinem Gedächtnis.“ Dann nahm er den Kelch und dankte, gab ihnen den und sagte: „Trinket alle daraus. Das ist mein Blut des neuen Testaments, welches vergossen wird für viele zur Vergebung der Sünden. Solches tut, so oft ihr’s trinket, zu meinem Gedächtnis. Ich sage euch: Ich werde von nun an nicht mehr von diesen Gewächs des Weinstocks trinken bis an den Tag, da ich’s neu trinken werde mit euch in meines Vaters Reich.“ Jesus verkündete offen, dass sein ebenfalls anwesender Jünger Judas ihn verraten würde. In der Tat hatte Judas dies den eifersüchtigen Priestern bereits gegen Geld angeboten. Trotzdem versuchte Jesus nicht zu fliehen. Er wusste, dass es sein Auftrag war, für viele zur Vergebung der Sünden zu sterben. Wie Petrus später erklärte: „Von Jesus zeugen alle Propheten, dass durch seinen Namen alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfangen sollen.“ (Apostelgeschichte 10,43) Jesus war das Opferlamm, durch das jeder Vergebung erhalten konnte, der sich nur mit der Bitte darum an ihn wandte. So würde ein Strafgericht an den Seinen vorübergehen. Indem man das Abendmahl nahm, nahm man symbolisch Jesus in sich auf und dachte an sein Opfer, indem er am Kreuz sein Blut als Preis für die Sünde gab.
Denn nach diesem ersten so gehaltenen Mahl, nachdem sie den Lobgesang gesprochen hatten, gingen Jesus und die Jünger hinaus zum Garten Gethsemane, wo Jesus kurz darauf verhaftet wurde.
Der Bericht vom Abendmahl kann in vier Bibelstellen nachgelesen werden: Matthäus 26, 17-30Markus 14, 12-25Lukas 22, 15-24 , sowie in der Schilderung des Apostels Paulus (in seinem Brief an die Gemeinde zu Korinth) in 1. Korinther 11, 17-33 .
In Johannes 13, 1-20 wird als einziger biblischer Bericht geschildert, dass Jesus im Anschluss an das Abendmahl seinen Jüngern noch die Füße wusch. Dies war ein Brauch, der damals bei den staubigen Straßen und Sandalen als Fußbekleidung noch üblich war. Jesus forderte die Jünger auch hier auf, ab jetzt nach diesem Vorbild zu handeln. Zwar fehlt dabei der Hinweis: „Dies tut zu meinem Gedächtnis.“ Die Fußwaschung findet auch keine weitere biblische Erwähnung mehr als regelmäßiges Gedenken der Jünger wie das Brotbrechen des Abendmahls. Doch ist die Aufforderung Jesu an die Jünger seinem Vorbild auch hierin zu folgen so eindringlich formuliert, dass diese Handlung noch heute von einem Teil der Christen durchgeführt wird.
Apostelgeschichte 2, 46-47 beschreibt, dass die ersten Jünger nach Jesu Auffahrt zum Himmel (genauer: nach dem Pfingstereignis) täglich und stets beieinander einmütig im Tempel waren und das Brot hin und her in ihren Häusern brachen. Sie nahmen die Speise und lobten Gott mit Freuden und einfältigem Herzen.
Heute wird das Abendmahl entgegen dem Begriff häufig morgens im Gottesdienst gefeiert. Mehr und mehr wird es dabei auch schon mit jungen Kindern geteilt. In einer Gemeinde stritten sich dabei zwei Jungen um das größere Brotstück. Danach durften Kinder sich das Abendmahl dort nicht mehr selbst nehmen. Die Eltern sollten ihren Kindern statt dessen zunächst den Sinn erklären und es dann jeweils selbst an ihre Kinder reichen. Ob in der urchristlichen Gemeinde Kinder das Abendmahl einnahmen, wird in der Bibel nicht erwähnt. Doch sollte im Zweifelsfalle der Verzicht der Teilnahme erwogen werden. So mahnt auch Paulus in 1. Korinther 11, den Ernst dieser Handlung zu bedenken: „Denn so oft ihr von diesem Brot esst und von diesem Kelch trinkt, sollt ihr des Herrn Tod verkündigen, bis dass er kommt. Welcher nun unwürdig d.h. in einer Weise, die die Heilstat Christi missachtet von diesem Brot isst oder von dem Kelch des Herrn trinkt, der ist schuldig an dem Leib und Blut des Herrn. Der Mensch prüfe aber sich selbst, und dann esse er von diesem Brot und trinke von diesem Kelch. Denn welcher unwürdig isst und trinkt, der isst und trinkt sich selber zum Gericht, damit, dass er nicht unterscheidet den Leib des Herrn. Darum sind auch viele Schwache und Kranke unter euch, und ein gut Teil schlafen (meint: sind verstorben). Denn so wir uns selber richten, so würden wir nicht gerichtet. Wenn wir aber gerichtet werden, so werden wir vom Herrn gezüchtigt, auf dass wir nicht samt der Welt verdammt werden.“
Würdig genommen ist das Abendmahl jedoch Gemeinschaft mit Jesus und damit eine Kraftquelle für unser Leben. Lassen wir also vor der Einnahme von unseren Fehlern und bitten Jesus um Vergebung dafür. So werden wir würdig durch ihn, das Mahl zu nehmen und sein Gebot zu halten.

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