Kurzgeschichten

Kurzgeschichten

Thomas J. Bach diente viele Jahre als Direktor eines großen christlichen Missionswerks. Hier ist seine Geschichte:
Ich war achtzehn Jahre alt, als ich den Herrn Jesus als meinen persönlichen Heiland kennenlernte. Es war zwar gut, dass ich bereits einiges von Jesus und der biblischen Lehre kannte, aber das war nicht genug. Auch wusste ich, dass ich ein Sünder war, aber ich wollte mich noch nicht bekehren.
Damals studierte ich in Kopenhagen Maschinenbau. An einem Sonntagnachmittag kam ein junger Mann auf mich zu und sprach mich an. Er bat um Entschuldigung, dass er mich aufhielt. Dann zog er ein Faltblatt aus der Tasche und sagte: „Würden Sie bitte diesen Traktat annehmen? Er enthält eine Botschaft für Sie.“
Ich zerknüllte das Papier in meiner Hand, während ich erwiderte: „Warum belästigen Sie die Menschen mit solchen Schriften? Ich kümmere mich schon selbst um meine Angelegenheiten!“ Dann zerriss ich das Blatt in Stücke und steckte sie hastig in die Tasche.
Der junge Mann entgegnete nichts auf meine schroffen Worte. Als ich mich abwandte und ihn stehen ließ, bemerkte ich gerade noch, dass er sich mit seinem Gesicht dem Toreingang zuwandte, und ich sah, wie seine Augen feucht wurden. Seine Hände hatten sich zum Gebet gefaltet.
Er hatte sein Geld dafür ausgegeben, diese Traktate zu kaufen. Er hatte seine Zeit darauf verwandt, sie weiterzugeben; und nun betete er in seinem Herzen zu Gott – für mich!
Die Haltung dieses jungen Mannes meinem ungehobelten Benehmen gegenüber rief in meinem Herzen ein tiefes Schuldgefühl hervor. Eine halbe Stunde später kam ich in mein Arbeitszimmer. Als Erstes fügte ich dort die Stücke des Traktats wieder zusammen. Noch bevor ich ihn fertig gelesen hatte, kniete ich nieder und bat Gott um die Vergebung meiner Sünden und um die Gnade, Christus als meinen Heiland annehmen zu dürfen. Und Gott erhörte mein Gebet.
Schon am gleichen Abend ging ich in einen Evangeliumssaal und legte Zeugnis für Christus ab, dem Wort gemäß: „Wenn du mit deinem Mund Jesus als Herrn bekennst und in deinem Herzen glaubst, dass Gott ihn aus den Toten auferweckt hat, wirst du errettet werden. Denn mit dem Herzen wird geglaubt zur Gerechtigkeit, mit dem Mund aber wird bekannt zum Heil.“ (Römer 10,9-10).
Ich werde die Freude haben, den jungen Mann, der mir den Traktat überreichte und für mich weinte und betete, im Himmel wiederzusehen. Und ich wünsche sehr, dass auch einige dort sein werden, die Traktate von meiner Hand erhalten haben und für die ich gebetet habe.
„Ich tat dir meine Sünde kund und habe meine Ungerechtigkeit nicht zugedeckt. Ich sprach: ,Ich will dem Herrn meine Übertretungen bekennen`- und du hast die Ungerechtigkeit meiner Sünde vergeben.“ (Psalm 32,5)

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Messebetrieb, ein Strom von Menschen. Auf dem Freigelände preisen die Verkäufer ihre Waren an. Mit einigen Bibellesekalendern gehe ich von Stand zu Stand. Jemand demonstriert die Wirksamkeit eines Fleckentferners. Tinte, Obst, Fett, Farbflecken verschwinden spurlos aus Hemden und Krawatten. Alles Befleckte wird wieder blütenrein.
Eine Vorführung ist zu Ende, die Leute verlaufen sich, ich aber trete näher: „Ihr Fleckentferner ist wirklich fantastisch.“ – Der Verkäufer lächelt. – „Sie haben mich überzeugt. Aber sagen Sie mal, wie bekommt man denn die Flecken aus der Seele raus? Ich meine: Wie kann ein Mensch von seinen Sünden gereinigt werden?“ Fragend schaut er mich an; und ich erzähle ihm die gute Botschaft von Jesus Christus. „Diese Botschaft muss auch angenommen werden. Wenn jemand von Ihrem Stand weggeht, ohne Ihr Mittel zu kaufen, oder wenn er die Tube im Schrank vergisst, dann hilft ihm Ihr Mittel nicht. Die Flecken bleiben. Genauso ist es mit dem Evangelium, mit dem Wort Gottes.“
Dann schlage ich den Evangeliumskalender an irgendeiner Stelle auf.
Die Heimkehr des verlorenen Sohnes ist das Thema. Das Bekenntnis seiner Schuld, seine wirkliche Umkehr. Die Liebe des Vaters, der nach ihm Ausschau hielt und ihn in seine Arme schloss. Kurz: Die Heimkehr vom Schweinetrog ins Vaterhaus. – „Sehen Sie, genauso kommt Gott jedem Sünder, der Ihm seine Lebensschuld bekennt, in Liebe entgegen. – Möchten Sie diesen Kalender haben?“
„Sehr gern“, entgegnet der Vertreter, und als Dankeschön schenkt er mir eine große Tube seines Fleckentferners.
Eins haben alle Hilfen gemeinsam: Sie müssen angewendet werden, sonst nützen sie nichts!

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Die Geschichten wurden dem Onlinekalender „Die gute Saat“ entnommen, die Links von Christliche Perlen eingefügt. In der guten Saat kann man jeden Tag einen kurzen Impuls zum Glauben lesen. Vielen Dank an den CSV-Verlag für die freundliche Genehmigung zur Veröffentlichung der Texte.

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