Die Fußwaschung in der Bibel

Die Fußwaschung in der Bibel

Die Fußwaschung ist noch heute in Krankenhäusern und Altenheimen eine regelmäßige Aufgabe bei der Körperpflege hilfsbedürftiger Menschen. Zur Zeit Jesu war sie ein wegen staubiger Straßen und Sandalen weitverbreiteter Brauch. Mitunter wurde sie durch Untergebene durchgeführt, jedoch auch von Gleichgestellten als Zeichen der Ehrung eines Gastes. Gelegentlich wurden die Füße dabei noch gesalbt. So schildert die Bibel in Lukas 7 ab Vers 36, wie Jesu Füße von einer Frau gewaschen und gesalbt wurden.
Im Alten Testament hatten sich die Priester nur vor der Einsetzung in ihr Amt einmal ganz zu baden (2. Mose 29,4 und 3. Mose 8,6). Dann brauchten sie vor den täglichen Verrichtungen im Heiligtum lediglich noch die Hände und Füße waschen (2. Mose 40,31-32).
Die Begebenheit, wie Jesus seinen Jüngern die Füße wäscht, wird in der Bibel nur einmal in Johannes 13 beschrieben. Sie erfolgte kurz vor der Festnahme Jesu. Gerade hatte er mit seinen 12 engsten Jüngern zum letzten Mal das Abendmahl eingenommen. Dabei hatte er ihnen besondere Anweisungen erteilt und sogar offen angekündigt, dass sein Jünger Judas ihn verraten würde. Eifersüchtige Priester, die Jesus schon länger nach dem Leben trachteten, waren bereit, für ihn eine gewisse Geldsumme zu zahlen. Noch in dieser letzten Zeit als freier Mann stand Jesus vom Abendmahl auf, legte seine Kleider ab, nahm einen Schurz und umgürtete sich. Danach goss er Wasser in ein Becken, und hob an, den Jüngern die Füße zu waschen. Dann trocknete er sie mit dem Schurz, mit dem er umgürtet war und ließ dabei auch den Verräter Judas nicht aus. Als er zu Simon Petrus kam, sagte der zu ihm: „Herr, sollst du mir meine Füße waschen?“ Jesus antwortete ihm: „Was ich tue, das weißt du jetzt nicht. Du wirst es aber hernach erfahren.“ Da sprach Petrus zu ihm: „Nimmermehr sollst du meine Füße waschen!“ Jesus entgegnete ihm: „Werde ich dich nicht waschen, so hast du kein Teil mit mir (Übersetzt von Luther. Schlachterübersetzung 1951: so hast du keine Gemeinschaft mit mir).“ Da erwiderte ihm Simon Petrus: „Herr, nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt!“ Jesus antwortete ihm: „Wer gewaschen ist, bedarf nichts denn die Füße waschen, sondern er ist ganz rein. Und ihr seid rein, aber nicht alle.“ (Denn er wusste seinen Verräter wohl. Darum sprach er: `Ihr seid nicht alle rein.´) Nachdem er nun ihre Füße gewaschen hatte, nahm er wieder seine Kleider und setzte sich nieder. Darauf redete er abermals zu den Jüngern: „Wisst ihr, was ich euch getan habe? Ihr heißet mich Meister und Herr und saget recht daran, denn ich bin es auch. So nun ich, euer Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollt ihr auch euch untereinander die Füße waschen. Ein Beispiel habe ich euch gegeben, dass ihr tut, wie ich euch getan habe. Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Der Knecht ist nicht größer denn sein Herr, noch der Apostel größer denn der ihn gesandt hat. So ihr solches wisset, selig seid ihr, so ihr’s tut.“
Kurz darauf gingen sie hinaus an den Ölberg, wo Jesus dann verhaftet wurde.
Jesus hatte die Jünger aufgefordert, ab jetzt nach seinem Vorbild der Fußwaschung zu handeln. Jedoch fehlt im Text diesmal die Anweisung Jesu „Dies tut zu meinem Gedächtnis.“, die er vorher jeweils beim  Brotbrechen und Weinweiterreichen während des Abendmahls ausgesprochen hatte (1. Korinther 11,24-25). Die Fußwaschung wird auch nicht weiter biblisch als regelmäßige Praxis der Jünger erwähnt wie das Brotbrechen des Abendmahls. Sie findet später noch Erwähnung in 1. Timotheus 5,10 im Zusammenhang mit der bereits üblichen Gastfreundschaft. So wird von vielen Christen angenommen, dass die Fußwaschung Jesu eher sinnbildlich gemeint war und nicht tatsächlich umgesetzt werden braucht. Es wird interpretiert, dass man statt dessen einander dienen soll. Dies könnte jedoch zu viel an Interpretation sein. Dann hätte Jesus auch sagen können: „So wie ich euch die Füße gewaschen habe, sollt ihr auch euch untereinander dienen.“ Seine Worte klingen jedoch vielmehr nach einem klaren Auftrag. Deshalb wird eine solche Fußwaschung nach dem Abendmahl bis heute gelegentlich von einigen Christen durchgeführt (in der Regel durch Männer bei Männern und Frauen bei Frauen). Es handelt sich dabei zahlenmäßig um eine Minderheit. Es geht ihnen um das Ausführen einer Anweisung Jesu, um das Teilhaben mit ihm / die Gemeinschaft mit ihm durch diese Handlung. Denn Jesus hatte Petrus erklärt: „Werde ich dich nicht waschen, so hast du kein Teil mit mir (keine Gemeinschaft mit mir)“. Mit dieser Haltung kann die Fußwaschung auch nicht stellvertretend von anderen durchgeführt werden, sondern obliegt jedem mündigen Christen selbst. Wenn jemand dies so versteht (weiß): selig ist er, wenn er`s tut. Die Übung des gegenseitigen Dienens mag dabei zusätzlich eine Rolle spielen.
Die Frage ist, was Jesus damals durch dieses Vorgehen mitteilen wollte. Vielleicht ist dies eine Gelegenheit, noch einen Moment über das Thema nachzudenken. Es handelt sich um die letzten Taten Jesu vor seiner Festnahme. Damit haben sie noch einmal ein besonderes Gewicht, selbst wenn es eine einmalige Bibelstelle ist. Möge Gott durch sie zu unseren Herzen reden und uns seine Sicht dazu offenbaren. Und möge das, was Jesus damals mitteilen wollte, auch in uns Raum gewinnen und unser Leben bereichern.

Fußwaschung

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