Vom Beten

Vom Beten

Dankgebete

Da ist ein kleines Häuflein von Feinden umringt. Keine Möglichkeit des Entrinnens. Sie sind verloren! Plötzlich verdunkelt sich der Himmel, ein furchtbares Hagelwetter bricht los, so dass man den nächsten Mann kaum sehen kann. Als endlich der Hagel aufhört und das Dunkel weicht – sind die Feinde verschwunden. „Helm ab zum Gebet! Hier hat Gott ein Wunder getan!“

Dort fährt ein Dampfer mit höchster Geschwindigkeit über den Ozean, verfolgt von feindlichen Schiffen. Die Entfernung wird immer geringer. Es kann nicht mehr lange dauern, dann fällt die Besatzung und die kostbare Edelmetall-Ladung in Feindeshand oder sie versinkt im Meer. Da hüllt im entscheidenden Moment ein dichter Nebel das fliehende Schiff ein und verbirgt es vor den feindlichen Augen. Mit Volldampf geht es weiter, und als der Nebel schwindet, sind auch die feindlichen Schiffe nicht mehr sichtbar. Der Kapitän ruft: „Gott hat uns zur rechten Zeit den Nebel geschickt.“

Die Russen dringen in ein ostpreußisches Dorf ein. Wer konnte, hat sich gerettet. Aber da ist der alte, 76jährige Großvater. Er ist nicht zu bewegen, die Stätte zu verlassen und sein Sohn lässt Frau und Kinder fliehen, während er beim Vater zurückbleibt. Am anderen Ende des Dorfes hausen die Kosaken. Sie brennen, plündern und morden. Vor der Kirche machen sie Halt, was dahinter liegt, bleibt verschont. Der Sohn wird zweimal gefangengenommen, einmal wird ihm der Gewehrlauf auf die Brust gesetzt, aber die Gebete der Seinen umgeben ihn. Die Feinde dürfen ihm nichts tun. Er wird freigelassen, Haus und Hof bleiben bewahrt, und nach einigen Wochen gibt es ein Wiedersehen unter Dank- und Lobgebeten: „Errettet aus der Hand unserer Feinde.“

Bittgebete

Sundar Singh brauchte einmal ein Gleichnis: Die Fische können unter dem Wasser atmen, aber von Zeit zu Zeit steigen sie an die Oberfläche und füllen sich mit frischer Luft. So soll der Christ, der inwendige, in ununterbrochenem, unablässigen Gebetsverkehr mit Gott stehen. Aber er bedarf von Zeit zu Zeit der Absonderung und der bewussten Hinkehr zu Gott. Ohne bestimmte Gebetszeiten wird das anhaltende Gebetsleben unmöglich sein. Wie der Sohn Gottes die Einsamkeit der Berge vor Tagesanbruch suchte und in nächtlicher Abendstille allein auf den Höhen weilte, so bedarf das innere Leben der Stunden der Absonderung, um sich füllen zu lassen mit göttlichen Kräften und die Salbung des Geistes zu erneuern.

Zinzendorf sagt: „Alle menschlichen Kräfte gehen überhaupt nicht gut, wenn man sie durch eig`ne Kräfte und nicht aus der Gnade tut. Göttliche und inn`re Dinge lassen vollends gar nicht zu, dass man sie mit Sturm erzwinge, sondern weisen uns zur Ruh.“
Wie viel vergebliches Rennen und Laufen, Reden und Schreiben in eigener Kraft! Würden wir das göttliche Gesetz geistlicher Kraftansammlung besser verstehen, so würden wir mehr in unserem Leben vollbringen und bei vielleicht größerer äußerer Stille würde mehr wahre Kraft und bleibende Frucht zu finden sein. Die Männer und Frauen, die am meisten gewirkt haben für das Reich Gottes im Kleinen und Großen, waren Beter und Beterinnen, die die Kräfte Gottes herabzuziehen wussten auf die Erde.

Eva von Tiele-Winckler, 1866 – 1930

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