Ein Ehegelöbnis nach einer Anleitung von 1829

Ein Ehegelöbnis nach einer Anleitung von 1829

(Stark gekürzt, etwas angepasst. Es geht hier mehr um den Ablauf, als um den genauen Wortlaut.)

Nachfolgend das Eheversprechen am Ende der Predigt:

Seid ihr fest entschlossen, den Bund der beständigen Liebe und Treue bis ans Ende Eures Lebens unverletzt zu halten, so erklärt dies öffentlich vor Gott und den hier versammelten Zeugen.

Zum Bräutigam:

Ich frage dich nun, ob du diese deine Braut ________ zu deiner Ehefrau haben willst, ob du versprichst, ihr alle eheliche Liebe und Treue zu erweisen und sie nicht zu verlassen, bis der Tod, nach Gottes Willen, diese Verpflichtung aufhebt? Ist dies dein freier Wille und überlegter Entschluss, so bezeuge es durch ein vernehmliches Ja!

Zur Braut:

Ich frage ebenfalls dich, ob du diesen deinen Bräutigam ________ zu deinem Ehemann haben willst, ob du versprichst, ihm alle eheliche Liebe und Treue zu erweisen und ihn nicht zu verlassen, bis der Tod, nach Gottes Willen, diese Verpflichtung aufhebt? Ist dies dein freier Wille und überlegter Entschluss, so bezeuge es durch ein vernehmliches Ja!

Diese eure mündliche Zusage bestätigt nun auch noch durch das Wechseln der Ringe als ein Zeichen eurer innigen Verbindung.

(Nach geschehenem Wechseln der Ringe spricht der Prediger:) Gebt euch darauf beide einander die rechte Hand.

(Darauf legt der Prediger entweder seine rechte Hand auf die Hände der Verlobten, oder seine beiden Hände auf ihre Häupter und spricht:) Dieses gegenseitige Versprechen der ehelichen Liebe und Treue, das ihr euch hier, vor Gottes Angesicht und den gegenwärtigen Zeugen, gegeben habt, bestätige ich, als verordneter Prediger im Namen Jesu Christi. Sprich mir nun folgendes Versprechen nach (erst Ehemann, dann Ehefrau):

Ich ________ nehme dich, ________ zu meiner Ehefrau / meinem Ehemann und verspreche dir meine eheliche Liebe und Treue, verspreche, dich in keiner Not, Krankheit und Schwierigkeit zu verlassen, sondern Freud und Leid treu mit dir zu teilen, nach Gottes Geboten und herzlich mit dir zu leben und mich auch nicht von dir zu scheiden zu lassen, bis Gott uns durch den zeitlichen Tod scheidet. So wahr mir Gott helfe und sein heiliges Wort durch Jesus Christus! Amen.

(Erneut: Darauf legt der Prediger entweder seine rechte Hand auf die Hände des Paares, oder seine beiden Hände auf ihre Häupter und spricht:) Dieses gegenseitige Versprechen der ehelichen Liebe und Treue, das ihr euch hier, vor Gottes Angesicht und den Gegenwärtigen Zeugen, gegeben habt, bestätige ich, als verordneter Prediger im Namen Jesu Christi.

(Nun folgt ein Segensgebet für das Ehepaar.)

(Abschluss ist ein Segensspruch / eine Einsegnungsformel:) Der barmherzige, liebevolle Gott, der euch durch seine Vorsehung zum Ehestand berufen hat, verbinde eure Herzen immer fester durch die aufrichtigste, gegenseitige Liebe, und lasse seinen Segen stets auf euch ruhen.

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Nach der Kirchenagende für die evangelischen Gemeinden des Österreichischen Kaiserstaates. Auf allerhöchsten Befehl herausgegeben von dem kaiserlich königlichem Konsistorialrat Jakob Glatz, Wien, 1829

Die ausführliche Originalpredigt sowie zwei weitere Predigtentwürfe von Jakob Glatz für Hochzeiten findet man hier von Seite 218-230 in altdeutscher Schrift.

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