Pilatus, der Jasager – Ein Rollenspiel zu Ostern

Pilatus, der Jasager – Ein Rollenspiel zu Ostern

Personen: Jesus, Moderator, Soldat eins und zwei, Hohepriester eins, zwei und drei, Pilatus, das Volk: drei oder mehr Bürger (Männlich und weiblich gemischt), Bote, Hauptmann

Kulisse: ein leerer Thron steht für Pilatus auf der Bühne, ein weiterer Richtstuhl etwas draußen (nach Johannes 19,13)

Requisiten: Ein zusätzliches Kleid für Jesus in Weiß, eine Wasserschüssel mit Handtuch auf einem Ständer

Moderator: Liebes Publikum! Herzlich willkommen zu unserem heutigen Stück „Pilatus – der Jasager“. Vorab eine Frage: Wenn jemand Ihnen einfach so, ohne Gegenleistung, eine Millionen Euro schenken würde, würden Sie sie nehmen? (Publikum sagt „Ja“.) Aber wenn Sie heute im Geschäft eine Tafel Schokolade für 1000 Euro sehen würden, würden Sie das bezahlen? (Publikum sagt „Nein“.) Sehen Sie, so muss man an der richtigen Stelle Ja oder Nein sagen. Davon handelt auch unser Bühnenstück heute. Es spielt vor etwa 2000 Jahren. Der berühmte Prediger Jesus wurde von eifersüchtigen Hohepriestern vor den damaligen Stadthalter Pilatus gezerrt. Die Hohepriester und Schriftgelehrten wollten, dass Pilatus ihn zum Tode verurteilt. Doch sehen Sie selbst: (Moderator tritt an den Rand. Pilatus steigt von der einen Seite die Bühne und nimmt Platz auf dem Thron. Danach kommen von der anderen Seite zwei Soldaten mit Jesus in ihrer Mitte herein. Sie werden gefolgt von drei Pharisäern und einigen Bürgern, die etwas weiter entfernt von Pilatus stehen bleiben.)

Soldat eins (zu Pilatus): Ehrwürdiger Pilatus, Statthalter von Judäa! Wir melden gehorsamst: hier ist der Gefangene Jesus zu Eurem Gerichtsurteil.

Pilatus: Ah, ja. Was soll er denn verbrochen haben?

Soldat zwei: Melde gehorsamst: Draußen vor dem Richthaus stehen die jüdischen Hohepriester und Schriftgelehrten, die ihn anklagen. Sie wollen nicht ins Haus kommen, damit sie sich vor Ostern nicht verunreinigen. Sie bitten dich, du wollest zu ihnen herausgehen.

Pilatus: Ja,ja. Immer diese Hohepriester. Unverschämt eigentlich, dass ich als Regent zu ihnen gehen soll, aber na jaaaaaa. Dann geh ich mal. (Erhebt sich und tritt einige Schritte in Richtung der Hohepriester. Spricht nun zu ihnen) Also, Hohepriester! Was bringet ihr für Klage gegen diesen Menschen?

Hohepriester eins: Verehrter Pilatus! Diesen Jesus finden wir, dass er das Volk von der Regierung abwendet und verbietet, dem Kaiser die Steuern zu geben, und er meint, er sei ein König.

Hohepriester zwei: Wäre dieser nicht ein Übeltäter, wir hätten ihn dir nicht überantwortet.

Pilatus (Geht wieder zwei Schritte zurück Richtung Jesus.) Bist du der Juden König?

Jesus: Redest du das von dir selbst, oder haben’s dir andere von mir gesagt?

Pilatus: Bin ich ein Jude? Dein Volk und die Hohepriester haben dich mir überantwortet. Was hast du getan?

Jesus: Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt, meine Diener würden kämpfen, dass ich den Juden nicht überantwortet würde; aber nun ist mein Reich nicht von dannen.

Pilatus: So bist du dennoch ein König?

Jesus: Du sagst es, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit zeugen soll. Wer aus der Wahrheit ist, der höret meine Stimme.

Pilatus: Was ist Wahrheit? (zu den Hohepriestern): So nehmet ihr ihn hin und richtet ihn nach eurem jüdischen Gesetz, denn ich finde keine Schuld an ihm.

Hohepriester drei: Wir als Juden dürfen niemand töten. Das kann nur ein römischer Herrscher wie du entscheiden. Wir haben ein Gesetz, und nach dem Gesetz soll er sterben; denn er hat sich selbst zu Gottes Sohn gemacht.

Pilatus (zu sich): Puh, Gottes Sohn? Und was ist, wenn er es wirklich ist? (An Jesus gewandt) Woher bist du? – Redest du nicht mit mir? Weißt du nicht, dass ich Macht habe, dich zu kreuzigen, und Macht habe, dich loszugeben?

Jesus: Du hättest keine Macht über mich, wenn sie dir nicht wäre von obenherab gegeben; darum, der mich dir überantwortet hat, der hat größere Sünde.

Pilatus: (Wendet sich erneut zu den Hohepriestern.) Ich finde keine Schuld an ihm.

Hohepriester eins: Er hat das Volk damit erregt, dass er gelehrt hat hin und her im ganzen jüdischen Lande und hat in Galiläa angefangen bis hierher.

Pilatus: Ja, ist er denn aus Galiläa?

Hohepriester zwei: Allerdings.

Pilatus: Nun, dann gehört er in den Bereich von König Herodes. Der ist gerade zufällig auch in Jerusalem. Soldaten! Bringt Jesus zu Herodes! Ja, soll der doch entscheiden, was er mit ihm macht. (Soldaten führen Jesus aus dem Raum. Inzwischen tritt der Moderator vor.)

Moderator: So kamen also Jesus und seine Verkläger vor den König Herodes. Als aber Herodes Jesus sah, wurde er sehr froh. Denn er hätte ihn längst gern gesehen, denn er hatte viel von ihm gehört, und hoffte, er würde ein Wunder von ihm sehen. So fragte Herodes Jesus mancherlei. Jesus antwortete ihm jedoch nichts. Die Hohepriester aber und Schriftgelehrten standen dabei und verklagten ihn hart. Herodes mit seinem Hofgesinde verachtete und verspottete Jesus darauf, legte ihm ein weißes Kleid an und sandte ihn wieder zu Pilatus. An dem Tag wurden Pilatus und Herodes Freunde miteinander. Denn zuvor waren sie einander feind. (Jesus wird wieder von den Soldaten hereingeführt, diesmal im weißen Gewand. Moderator tritt zurück.)

Pilatus (Setzt sich auf den zweiten Richtstuhl etwas außerhalb): Ja, dann kommt mal her, ihr Hohepriester und Schriftgelehrten! Ihr habt diesen Menschen zu mir gebracht, als der das Volk abwende, und siehe, ich habe ihn vor euch verhört und finde an dem Menschen der Sache keine, deren ihr ihn beschuldiget; Herodes auch nicht, denn ich habe euch zu ihm gesandt, und siehe, man hat nichts auf ihn gebracht, das des Todes wert sei. Darum will ich ihn züchtigen und loslassen.

Alle Hohepriester und Bürger schreien zu Pilatus: Kreuzige, kreuzige ihn!

Pilatus: Was hat denn dieser Übles getan? Ich finde keine Ursache des Todes an ihm; darum will ich ihn züchtigen und loslassen.

Hohepriester drei: Lässt du diesen los, so bist du des Kaisers Freund nicht; denn wer sich zum König macht, der ist gegen den Kaiser.

Pilatus: Ihr habt doch eine Gewohnheit, dass ich euch einen Gefangenen zu Ostern freigebe; ich wurde bereits darum gebeten. Wollt ihr nun, dass ich euch der Juden König oder den besonders schlimmen Mörder Barabbas losgebe? (In diesem Moment kommt ein Bote an.) Oh, ein wichtiger Bote! Was ist?

Bote (vertraulich): Herr, Eure Frau schickt mich. Sie lässt Euch sagen: Habe Du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten; ich habe heute viel erlitten im Traum seinetwegen.

Pilatus: Ah, ja. Vielen Dank. (Bote geht ab. Pilatus spricht wieder zu den Hohepriestern) Also, was nun? (Zeigt auf Jesus) Sehet, das ist euer König! Wollt ihr, dass ich euch der Juden König losgebe?

Alle Hohepriester zu den Bürgern: Los, lasst uns fordern, dass Barabbas anstelle von Jesus freigegeben soll. Sagt Pilatus, dass er Jesus kreuzigen lassen soll!

Bürger (nicken): Okay!

Alle Hohepriester und Bürger schreien zu Pilatus: Gib nicht diesen frei, sondern den Mörder Barabbas!

Pilatus: Was soll ich denn machen mit Jesus, von dem gesagt wird, er sei Christus und der König der Juden?

Hohepriester und Bürger (schreien): Weg, weg mit dem! Kreuzige ihn!

Pilatus: Ja, soll ich denn euren König kreuzigen?

Hohepriester zwei: Wir haben keinen König außer den Kaiser. Kreuzige, kreuzige ihn!

Pilatus: Ja, jaaaaa. Hab schon verstanden. Also dann: Man lasse Barabbas frei! Und Jesus soll man kreuzigen. (Nimmt Wasser und wäscht die Hände vor dem Volk): Ich bin unschuldig an dem Blut dieses Gerechten, sehet ihr zu!

Alle Hohepriester und Bürger: Sein Blut komme über uns und unsere Kinder. (Jesus wird abgeführt. Pilatus und Ankläger gehen ab. Moderator tritt auf.)

Moderator: So wurde Jesus also ans Kreuz gehängt und starb. Weil Pilatus immer zu allem „Ja“ und „Amen“ gesagt hatte, was die Leute von ihm wollten.
Als Jesus dann gestorben war, kam ein reicher Mann namens Joseph von Arimathia zu Pilatus und bat ihn um den Leib Jesus. Er tat es am Abend und heimlich, aus Angst vor den jüdischen Priestern. (Moderator geht etwas zurück, Pilatus tritt auf, setzt sich auf seinen ersten Thron. Joseph von Arimathia kommt von einer anderen Seite zu ihm, verneigt sich vor ihm und tuschelt ihm ins Ohr.)

Pilatus: Wie denn, ist Jesus schon tot? Das ging aber ziemlich rasch. Hauptmann! Ist er schon lange gestorben? (Hauptmann tritt auf.)

Hauptmann: Er starb um die neunte Stunde.

Pilatus (zu Joseph): Also, ja. Ja, dann kannst Du den Leichnam beerdigen, Joseph von Arimathia.

Joseph: Danke, Pilatus. (Verneigt sich und geht ab. Pilatus und Hauptmann gehen in eine andere Richtung ab. Moderator tritt vor.)

Moderator: Also nahm Joseph den Leib Jesu, wickelte ihn in eine reine Leinwand und legte ihn in sein eigenes Grab, welches er in einen Fels hatte hauen lassen. Dann wälzte er einen großen Stein vor die Tür des Grabes und ging davon. Am nächsten Tag kamen die Hohepriester sämtlich wieder zu Pilatus. (Moderator geht zurück, Pilatus tritt erneut auf und nimmt wieder Platz auf dem Thron. Die Hohepriester kommen zu ihm.)

Hohepriester eins: Sei gegrüßt, Pilatus. Danke, dass du uns wieder hörst. Herr, wir haben darüber nachgedacht, dass Jesus, dieser Verführer, sprach, da er noch lebte: Ich will nach drei Tagen auferstehen. Darum befiehl, dass man das Grab verwahre bis an den dritten Tag, auf dass nicht seine Jünger kommen und stehlen ihn und sagen dem Volk: Er ist auferstanden von den Toten, und werde der letzte Betrug ärger denn der erste.

Pilatus: Ja, das könnt Ihr haben. Da habt ihr die Hüter; gehet hin und verwahret, wie ihr wisset. (Die zwei Soldaten kommen herein und nehmen Haltung vor Pilatus an. Pilatus nickt ihnen zu, steht auf und geht zur einen Seite ab, die Hohepriester und Soldaten zur anderen Seite. Moderator tritt auf.)

Moderator: Tja, natürlich ging der Plan der Hohepriester nicht auf. Denn Jesus stand nach drei Tagen trotzdem von den Toten auf. Die Soldaten am Grab erschraken fürchterlich und fielen sofort ihn Ohnmacht. Jesus begegnete etliche Male verschiedenen seiner Nachfolger. Einmal waren sogar 500 Leute dabei, als er zu ihnen kam. Doch nach 40 Tagen fuhr Jesus auf zum Himmel und von dort hört er uns bis heute. Alle können sich ihm anschließen und ihn um Hilfe für ihr Leben ansprechen. Auch kann jeder ihn um Vergebung für seine Schuld bitten, damit Jesus ihn nach diesem Leben einmal annimmt. Jesus hat am Kreuz für alle Schuld bezahlt. Wir müssen es nur in Anspruch nehmen. Sagen Sie jetzt „Ja!“ zu Jesus. Wenn Sie es jetzt tun, sagen Sie „Ja“ an der richtigen Stelle. Sagen Sie nicht „Nein“ zu Jesus, dem Sohn Gottes und König des Himmels. Er ist es mehr als wert, dass wir ihm nachfolgen. Es wird Ihnen viel Freude bescheren, hier schon auf Erden und es wird dereinst Ihr Eintritt in den Himmel werden. In diesem Sinne: Frohe Ostern uns allen! Gott segne Sie alle!

(Musik erschallt, alle übrigen Schauspieler kommen zum Moderator auf die Bühne, verbeugen sich, gehen wieder ab.)

– Ende –

Das Rollenspiel von Christliche Perlen darf für nicht kommerzielle Zwecke vervielfältigt werden. Hier das Anspiel als PDF. Bibelstellen wurden auszugsweise aus der revidierten Lutherübersetzung von 1912 entnommen.

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