Kleine Geschichten

Der Gottesdienst in der Kneipe

Es war Silvester. In einer Kneipe saßen einige Männer zusammen. Sie hatten schon manches Glas geleert, und die Stimmung war laut und ausgelassen. Mit dabei war Samuel Russell, der Sohn des örtlichen Pfarrers, der aber für den Glauben seines Vaters nichts übrig hatte. Deshalb war er auch hier und nicht im Gemeindehaus. Da kam Alan herein, der alles hasste, was nach Kirche oder Glauben aussah. Während er sich den Schnee von den Stiefeln abschüttelte, grölte er: „Die feiern im Gemeindehaus einen Silvester-Gottesdienst. Was die können, können wir auch: Wir halten einen Gottesdienst ab, und jeder sagt was Passendes.“ Er forderte den Mann neben ihm auf: „Bruder Brown, würden Sie wohl das Eingangsgebet sprechen?“ Danach schlug er vor, ein beliebtes Kirchenlied zu singen. Er selbst stimmte es an, veränderte beim Singen aber den Text, was die anderen mit großem Gelächter begleiteten. Dann kündigte er an: „Bruder Samuel Russell wird jetzt die Predigt halten. Er ist ja der Sohn des Pfarrers, er kann uns sicherlich ein Wort der Erbauung sagen.“ Der junge Mann sträubte sich, doch die anderen machten ihm klar: „Entweder du predigst oder du gibst uns allen einen aus!“ Da ihm dafür sein Geld zu schade war, stimmte er zu, etwas zu sagen. Er fing an, dass sie ja alle auf dem Weg in die Hölle seien und dass gerade jetzt, wo das neue Jahr vor der Tür stände, eine passende Gelegenheit wäre, ein neues Leben zu beginnen … Alles lachte, als Alan einwarf: „Ich spüre schon, wie ich anfange, zu glauben!“ Samuel redete weiter – jetzt mit Nachdruck und Ernst. Er sprach Gedanken aus, die seit Jahren tief in seinem Herzen verschüttet waren, begraben unter seinem sündigem Leben. Es waren Worte, die sein Vater ihm oft gesagt, Sätze, die er von seiner Mutter gehört, und Bibelverse, die er im Kindergottesdienst gelernt hatte. Die Männer hörten ihm zu: erst lachend, dann abwehrend, fast feindselig, zum Schluss sogar interessiert. Je länger Samuel redete, desto mehr sprach er auch zu sich selbst. Er wusste, dass seine Worte stimmten, und fragte sich: Wenn das, was ich sage, wahr ist, warum gehe ich dann nicht auf meine Knie und bitte Gott, den ich so verspottet habe, um Vergebung? Und genau das tat er: auf der Stelle, mitten in seiner Predigt. Zwei weitere Männer bekehrten sich, bevor sie den Raum verließen und nach Hause gingen: aufgewühlt, nüchtern – und gerettet. Und Alan sagte nie mehr etwas gegen Kirche oder Glauben und forderte auch niemand mehr auf, zu predigen.
Als Samuel Russell nach Hause ging, traf er seinen Vater, der vom Silvester-Gottesdienst der Gemeinde kam. Später sagte er: „Ich war so glücklich, dass ich meinem Vater erzählen konnte, dass seine Gebete erhört worden sind. Ich hatte Christus gefunden. Ich war wie ‚ein Brandscheit, das aus dem Feuer gerettet ist‘“ (Amos 4,11).

An dem Tag, als ich rief, antwortetest du mir; du hast mich ermutigt: In meiner Seele war Kraft.
Der Herr wird es für mich vollenden. Herr, deine Güte währt ewig.
Psalm 138,3+8

Im April 1943, während des Zweiten Weltkriegs, wurde der schottische Pfarrer Donald Caskie, der in Frankreich lebte, ins Gefängnis geworfen, weil er alliierten Soldaten geholfen hatte, aus Frankreich zu flüchten. Über seine Gefangennahme schrieb er später: „Es war eine äußerst demütigende Erfahrung, die einen Menschen leicht zur Verzweiflung führen kann. Aber die Kenntnis der Bibel hat mich davor bewahrt.“ Zwar wurde ihm seine Bibel weggenommen, aber er sagte: „Ich hatte sie in meinem Herzen und in meinem Gedächtnis; so hat sie meinen Glauben und mein seelisches Gleichgewicht aufrechterhalten.“
In einem anderen Gefängnis sah Caskie die Namen zahlreicher Gefangenen an die Wände seiner Zelle geritzt. Da fügte auch er etwas hinzu: „So spricht der Herr: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein. Wenn du durchs Wasser gehst, ich bin bei dir, und durch Ströme, sie werden dich nicht überfluten; wenn du durchs Feuer gehst, wirst du nicht versengt werden“ (Jesaja 43,1-2). Bei diesen Worten dachte er auch an andere Gefangene und betete dafür, dass Gott ihnen Frieden geben möge.
In wieder einem anderen Gefängnis erzählte ein Gefangener Caskie seine Geschichte: „Ich war drauf und dran, meinem Leben ein Ende zu setzen (um der Folter zu entgehen), als ich an der Wand Worte entdeckte, die mich innehalten ließen und mir Trost und Kraft gaben. Jetzt fürchte ich mich nicht mehr. Ich werde diese Worte nie vergessen.“ Es waren die Verse, die Caskie in die Wand geritzt hatte. Das Gebet von Caskie war erhört worden. Gottes Wort hatte seine belebende Kraft erneut unter Beweis gestellt.

Zweiter Weltkrieg, Singapur. Ein junger Pilot fällt in die Hände der Japaner und wird ins Gefängnis geworfen. Er kommt in Einzelhaft. Bald stellt er fest, dass ein alter Kamerad in der Nachbarzelle steckt. Reden können sie nicht miteinander. Doch wenn kein Wachposten in der Nähe ist, können sie sich durch Klopfzeichen an der Wand Nachrichten zumorsen.
Eines Tages ist der Gefangene nebenan sehr niedergeschlagen. Der junge Pilot, ein überzeugter Christ, klopft ihm: Wenn – du – traurig – bist – bete – zu – Gott.
Die geklopfte Antwort: Was – meinst – du? – Wie – kann – ich – hier – zu – Gott – beten?
Der Pilot morst: Bete. – Gott – wird – dich – hören.
Antwort: Ich – weiß – nicht – wie. – Was – soll – ich – beten?
Der junge Pilot formuliert ein einfaches Gebet und klopft es seinem Nachbarn zu. Und dann klopft er weiter und erklärt ihm das Evangelium und den Weg zu Gott.
Hier geschieht kein Erdbeben und es öffnet sich keine Tür. Und doch nimmt die Botschaft von Jesus Christus ihren Weg bis hinter die Gefängnismauern. Der Tag kommt, an dem sein Nachbar klopft: Was – muss – ich – tun – um – errettet – zu – werden?
Und der junge Pilot morst zurück: Glaube – an – den – Herrn – Jesus.
Und sein Nachbar nimmt Jesus als seinen Retter an.
„Christus ist für unsere Sünden gestorben“ (1. Korinther 15,3). Das wird heute immer noch gepredigt und geschrieben – und gehört und gelesen. Die Wege mögen unterschiedlich sein, manchmal auch ungewöhnlich, die Botschaft aber bleibt die gleiche.

Die Geschichten wurden dem Onlinekalender “Die gute Saat” entnommen. In der guten Saat kann man jeden Tag einen kurzen Impuls zum Glauben lesen. Vielen Dank an den CSV-Verlag für die freundliche Genehmigung zur Veröffentlichung der Texte. Tipps zum Bibellesen.

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