Die Weihnachtsgeschichte heute nacherzählt

Die Weihnachtsgeschichte heute nacherzählt

Jemand erzählte mir letztens eine Geschichte, die so unglaublich war, dass man sie wirklich kaum glauben kann. Aber sie stimmt! Ich konnte mir nicht alle Details, wie Namen, genau merken. Aber die Handlung habe ich kapiert. Und ich gebe mein Bestes, sie hier wieder zu geben:
Also H. Irrte, H. Erde und ihre Gefährten waren raue Gesellen. So rau, dass sie kein normales Leben führten. Viel mehr zogen sie obdachlos durch die Gegend und hüteten Schafe. Dieser Erwerb reichte gerade für das Nötigste und war jetzt auch nicht so wahnsinnig spannend. Obwohl, manchmal kann ja ein Tag im Leben alles Schäfchenzählen und im Gras dösen wettmachen. Denn eines Nachts ereignete sich schier Spektakuläres: der Engel des Herrn erschien ihnen, jawohl ihnen! – in strahlendem Licht. Und er sagte ihnen, jawohl, den obdachlosen Hirten, dass heute der Heiland der Welt geboren worden war, gar nicht weit weg in Bethlehem. Der Junge sei Christus, der Herr, und würde in Windeln gewickelt in einer Krippe liegen. Und als ob das noch nicht genug wäre, tauchten Heerscharen von Engeln auf und lobten Gott aus lauter Freude über das Kind.
Den Hirten klapperten zunächst die Zähne, was jedenfalls nicht an der Kälte, sondern eher ihrer Furcht, lag. Aber nachdem sie sich vom ersten Schock erholt hatten und die Engel verschwunden waren, beschlossen sie, sich die Sache einmal näher anzusehen. Denn so viel hatten sie inzwischen verstanden: eine Geburt war ein guter Anlass und die Geburt des Heilands der Welt erst recht! H. Irrte, H. Erde und ihre Freunde rannten, so schnell sie in der Dunkelheit konnten nach Bethlehem. Gut, dass die Sterne heute besonders hell leuchteten. So irrten sie nicht lange herum. H. Irrte erreichte den Stall als erster und lugte vorsichtig hinein. Mann, was für eine hübsche junge Frau stand da. Damit hatte er gar nicht gerechnet. Mit offenem Mund blieb er stehen. Die Frau befand sich an einer Krippe und darin lag friedlich das Kind. Im Hintergrund saß ein Mann. Da schubste H. Erde den H. Irrte unsanft zur Seite: „Lass mich mal!“ Der Mann im Stall bemerkte die Leute, die da am Eingang waren und kam zu ihnen. Er stellte sich als Josef vor, seine Frau als Maria und das Kind als Jesus. Das war eine unglaubliche Geschichte, die die Ankömmlinge da erzählten von Engeln und so, aber schließlich ließ er sie hinein und die ausgekochten Kerle zogen alle die Hüte ab und schenkten gleich ein warmes Fell und Milch. Die Hirten konnten sich gar nicht satt sehen an dem Kind und Maria, und sie alle durften das Baby einmal halten und ganz vorsichtig drücken. Dem Einen oder Anderen rann auch mal eine Träne dabei über das Gesicht. Wenn das nicht die schönste Nacht war, die sie je erlebt hatten! Dann mussten sie wohl oder übel auch mal wieder gehen. Doch nach all diesem jetzt schlafen kam gar nicht in Frage. Dafür waren sie viel zu aufgeregt. Nachdem sie sich schweren Herzen verabschiedet hatten, lamentierten sie draußen noch gehörig über das Erlebte. So gehörig, dass die halbe Ortschaft wach wurde und rauskam, um zu fragen, was denn hier los war. „Ganz großes Kino“, meinte H. Irrte und genoss es, mal so richtig im Mittelpunkt zu stehen. H. Erde pflichtete ihm bei und schmückte gutwillig die Details aus. Da staunten die Leute vielleicht! Endlich mal was los in Bethlehem!
Derweil waren noch andere Menschen zu später Stunde unterwegs. Doch diesmal handelte es sich um ganz entgegengesetzte Personen zu den Hirten: vornehm gekleidete Herren, offensichtlich sehr gebildet und von weit her. Die Namen konnte man kaum aussprechen. Die Männer hatten in ihrem Land den Stern eines neugeborenen Königs gesehen und waren extra gekommen, um diesem zu huldigen. Klar, dass sie zuerst am königlichen Palast in Jerusalem stoppten und dort nach dem Kind fragten. Hier residierte Herr Odes, ein nicht besonders netter König. Die Empfangsdame meldete ihm den Besuch und gab sich große Mühe, die Namen richtig wiederzugeben, was ihr jedoch nicht ganz gelang. Sie klangen etwa wie „W. Eisen, Morgan Land und K. Spar“, aber die genaue Schreibweise ist auch nicht so wichtig. „Kenn ich nicht.“, brummte Herr Odes. „Na ja, sollen reinkommen.“ Er staunte nicht schlecht, als die Gesellschaft nach einem neugeborenen König fragte. König, das war doch er und von einem Baby wusste er nichts. Oder sollte das etwa der Messias sein, den viele Propheten schon lange angekündigt hatten? Herr Odes ließ die Schriftgelehrten rufen und erkundigte sich nach den Details, die von diesem gesalbten Retter bekannt waren. Laut der prophetischen Schriften sollte dieser in Bethlehem geboren werden. Also schickte Herr Odes die vornehme Gruppe dort hin. Sie sollten ihm dann vom Baby berichten, damit „auch er es anbeten könne“. (In Wirklichkeit wollte Herr Odes das Kind jedoch beseitigen, denn er mochte keinen Konkurrenten. Leider sind eben nicht alle Regenten in feinen Anzügen auch edler Gesinnung!) Doch zunächst zogen die Fremden erst einmal nach Bethlehem. Und – welche Freude! – da war der Stern wieder! Er zog vor ihnen her bis zum Stall und blieb darüber stehen. Hier musste das Kind also sein! Der neugeborene König für arme und reiche! Völlig außer sich holten die gebildeten Herren ihre mitgebrachten Geschenke hervor und eilten zur Tür. Die eigentlich zu späte Uhrzeit vergaßen sie ganz vor lauter Begeisterung. Ein schlichter Mann, Josef, kam ihnen entgegen und fragte, was sie wollten. Irgendwie schafften sie es, sich zu verständigen. Sie wollten das Baby sehen! Das war eine unglaubliche Geschichte, die sie da erzählten von einem Stern und so, aber schließlich ließ er sie hinein und die schick gekleideten Besucher zogen alle die Hüte ab und schenkten gleich Gold, Weihrauch und Myrrhe. Sie knieten dabei nieder und beteten den neugeborenen Sohn Gottes an. Dieser war soeben wach geworden und schien sie aus klugen Augen anzusehen. Was für eine warme Atmosphäre herrschte nun im Stall! Und wie hatte sich doch die weite Reise gelohnt! Die Nacht würden sie nie vergessen. Als sie gegangen waren und endlich zur Ruhe kamen, sprach Gott im Traum zu ihnen, so dass sie nicht mehr zum bösen König in Jerusalem gingen. Statt dessen kehrten sie über einen anderen Weg in ihr Land zurück, mehr als zufrieden überaus glücklich mit ihrem Verlauf.
Noch eine Anmerkung: K. Spar war natürlich der, der sich das fetteste Geschenk leisten konnte: Gold. Aber auch Morgan Land und W. Eisen hatten viel gegeben: Weihrauch und Myrrhe waren seinerzeit sehr kostbar. Myrrhe war Bestandteil des Salböls, mit dem die Stiftshütte und die Priester im Tempel gesalbt wurden (2. Mose 30, 23-25). Der griechische Begriff „Christus“ ist eine Übersetzung des hebräischen „Messias“ und bedeutet „Der Gesalbte“.
Wie sehr hat der ebenfalls mit Gottes Geist gesalbte König Christus doch unser Bestes, unser Herz verdient! Dies erfordert keine weite Reise, auch wenn er es wert wäre. Er ist immer nur ein Gebet weit von uns entfernt und freut sich über unsere Gaben. Aber er lässt sich ebenso selbst nicht lumpen, sondern hilft, leitet, schützt und segnet die, die sich ihm anschließen. Eben königlich.

Nachtrag: Ich habe die Geschichte noch mal im Original gefunden. Ich bin ganz begeistert! Wer sie nachlesen möchte, findet sie hier: Lukas 2,1-21 und Matthäus 2,1-12.

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2 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. Christina Naujoks
    Nov 04, 2021 @ 18:42:06

    Gott selbst lag dort als Baby in der Krippe.- Mensch geworden wie du und ich. Wie können wir das was dort geschehen ist mit unserem kleinen Menschenverstand verstehen? „Viele Menschen wollen Gott sein, aber nur ein Gott wollte Mensch sein.“ (Zitat)

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