Spurgeons bester Kritiker

Spurgeons bester Kritiker

Kritik ist oft ein verkapptes Kompliment. Jesus wurde hinreichend von Neidern kritisiert, die ihm seine Beliebtheit missgönnten. Es gibt jedoch auch konstruktive Kritik. Der berühmte Prediger C. H. Spurgeon jedenfalls hatte in seiner großen Gemeinde in der Music Hall einen Kritiker, der ihm jeden Sonntag nach der Predigt anonym eine schriftliche Auflistung seiner Fehler und Versprecher zukommen ließ. Zunächst war Spurgeon pikiert. Doch dann musste er dem Beanstander in einigen Dingen Recht geben. So konnte Spurgeon in Zukunft einige Fehler vermeiden. Er war schließlich schon immer ganz gespannt auf das nächste Schreiben des Unbekannten.
Einmal sprach Spurgeon über das Thema „Nichts hab ich zu bringen, alles, Herr, ist Dein“. Spurgeon wiederholte diese Phrase mehrmals, was ihm den schriftlichen Kommentar einbrachte: „Wir sind schon hinreichend über Ihre Armut informiert.“ Vielleicht war der geheimnisvolle Schreiber manchmal etwas sehr streng. Doch der einzige Vorwurf, den Spurgeon ihm wirklich machen konnte, war, dass er immer unbekannt blieb.
Eine anderer Tadel an Spurgeon erreichte ihn einmal durch die Presse. Ein Journalist hatte eine Zeichnung von ihm mit einer Zigarre veröffentlicht, da Spurgeon als starker Zigarrenkonsument bekannt war. Darauf gab der Prediger das Rauchen völlig auf. Er konnte Kritik annehmen und war bereit, Dinge zu ändern, hielt aber an den entscheidenden Dingen fest. Eine der Eigenschaften, die man an ihm respektieren konnte. Wie reagieren wir auf Kritik?

Empfehlenswert ist die Autobiographie Spurgeons „Alles zur Ehre Gottes“ (318 Seiten). Wer sie nicht kaufen möchte, kann sie online hier kostenlos vom Verlag selbst nachlesen. Alle Artikel der Kategorie Geschichten untereinander.

Überzeugt

Die Fliege auf der Nase

Ein Mann hatte kein Interesse am Evangelium Gottes. Er liebte aber schönen Gesang und war auch religiösem Liedgut gegenüber nicht abgeneigt. So ging er zu Christen, um dort den Gesang und die Musik zu hören. Sobald aber der Prediger mit seiner Ansprache begann, hielt er sich mit den Fingern die Ohren zu, um nicht zuhören zu müssen. Da kam eine Fliege und setzte sich ihm dreist auf die Nase. Er war gezwungen, eine Hand frei zu machen, um sie zu verscheuchen. Gerade in diesem Augenblick rief der Prediger: „Wer Ohren hat, zu hören, der höre!“ (Markus 4, 9)
Der unfreiwillige Zuhörer war von dieser sonderbaren Fügung so beeindruckt, dass er die ganze Stunde mit gespitzten Ohren zuhörte. Er glaubte schließlich der Botschaft Gottes und wurde ein glücklicher Christ.

G. Setzer

Versprich mir, niemals zu beten

Der bekannte Prediger Spurgeon begegnete einmal einem wüsten, rohen Gesellen, dessen Gesicht von vielem Trinken zeugte. Er fluchte mit den gotteslästerlichsten Ausdrücken. Spurgeon legte ihm die Hand auf die Schulter und schaute ihn durchdringend an. „Du kannst ja schön fluchen“, sagte er mit ernster Stimme, „kannst du auch beten?“ Der Arbeiter lachte dreckig. „Das ist mir, beim Teufel, noch nicht eingefallen!“, erwiderte er. Da nahm Spurgeon ein Fünfschillingstück aus der Tasche, hielt es dem Flucher hin und sagte: „Versprich mir, niemals zu beten, dann gehört dir das Geld.“ „Das ist leicht verdient“, höhnte der Mann und steckt das Geldstück in die Tasche. Doch sobald Spurgeon außer Sichtweite war, wurde es dem Mann anders. In seinem Innern rief eine Stimme: „Was hast du getan!“
Spurgeon dagegen betete ernstlich und mit Zittern, dass Gott sich zu seinem Wagemut bekennen und die Seele des Fluchers retten möge.
Zuhause angekommen, rief der Mann seine Frau. Die starrte ihn, der sonst nie vor Mitternacht heimkehrte, erschreckt an. „Mir ist etwas Schreckliches begegnet“, brachte er zitternd hervor, „ich habe dem Teufel versprochen, niemals zu beten. Hier ist das Judasgeld – ich kann’s nicht behalten!“ Er riss das Geld aus der Tasche und warf es voller Abscheu auf den Tisch.
Gott sorgte dafür, dass es der Frau gelang, den Geber ausfindig zu machen. Der Mann brachte das Geld selbst zurück und Spurgeon hatte die Gelegenheit, ihm ernst ins Gewissen zu reden. Er betete mit ihm und der Säufer fand noch am selben Abend Frieden.

M. Leßmann

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Geschichten von Bibelstudium.de

Der verzagte Pfarrer

Zu Spurgeon kam einmal ein verzagter Pfarrer und klagte: „Ich predige doch dasselbe Evangelium wie Sie. Und doch geschieht bei mir nichts, gar nichts! Wie kommt es nur, dass sich bei Ihrer Predigt so viele Menschen zum Herrn Jesus bekehren?“ Spurgeon entgegnete: „Ja, meinen Sie denn, dass bei jeder Predigt etwas geschehen müsste?“ „Nun, das meine ich natürlich nicht. Aber …“ Da fiel ihm Spurgeon ins Wort: „Sehen Sie, das ist Ihr Fehler. Sie erwarten nichts und deshalb wird ihnen auch nichts von Gott geschenkt. Er hat gesagt: ‚Mein Wort soll nicht leer zu mir zurückkehren, sondern ausrichten, wozu ich es gesandt habe.’“

Marco Leßmann

Großes erwarten

Ein Untertan kam immer wieder mit seinen Bitten zum König. Eines Tages fragte ihn der König etwas genervt: „Wann wirst du aufhören, etwas von mir zu erbitten?“ Die Antwort des Untertan war klassisch und klasse: „Wenn Sie aufhören, etwas zu geben.“

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