Die Himmelstür

Die Himmelstür

Heiter lacht die Sonne vom Frühlingshimmel, genau der richtige Zeitpunkt für Mutter und Tochter eine gemeinsame Radtour zu unternehmen. Seit Trixi zu Weihnachten ihr neues Fahrrad unter dem Tannenbaum vorfand, drängt sie die Mutter immer wieder: „Wann unternehmen wir eine Radtour?“ Endlich hatte die Mutter es zum kommenden Wochenende zugesagt. Voller Vorfreude springt Trixi am Morgen aus dem Bett. „Wo geht es hin?“, fragt sie bereits am Frühstückstisch. „Lass dich überraschen. Vorfreude ist die schönste Freude.“ So schnell war das Mädchen noch nie fertig mit dem Frühstück. Schon wenig später stand sie fertig angezogen zur Abfahrt bereit. Als sie ein Stück des Weges hinter sich hatten, merkte sie, die Mutter schlug den Weg zu den Wiesen ein. Was gab es hier nicht alles zu entdecken! Früh am Morgen konnte man sogar einige Tiere, wie Hasen und Rehe beobachten. Nach einer Weile schlug die Mutter eine Rast vor. Hierfür hatte sie den Picknickkorb mitgenommen. Als die Mutter die Decke ausgebreitet hatte, warf sich Trixi ins Gras und schaute in den wolkenlosen Himmel. Schöner konnte der Tag nicht sein. Plötzlich fragte das Mädchen: „Mutti, sag, wo ist die Himmelstür? Der Himmel ist strahlend blau, kein Wölkchen verdeckt die Sicht, aber eine Tür in den Himmel kann ich nicht entdecken.“ Erst wollte die Mutter herzhaft lachen, doch dann besann sie sich anders, setzte sich neben ihre Tochter ins Gras und begann zu erzählen: „Weißt du, dieser blaue Himmel, ob nun wie heute strahlend klar oder ein anderes Mal mit Wolken überzogen, ist nicht der Himmel, den wir meinen, wenn wir von Gott im Himmel reden. Gottes Himmel genauso wie die Himmelstür befindet sich in unserem Herzen. Gott ist Schöpfer und Erhalter der ganzen Welt. Himmel und Erde sind von ihm erschaffen. Wenn du abends in die Sterne schaust, siehst du, dass dort oben am Himmel viele Gestirne sind. Es gibt nicht nur unsere Erde. Gott ist Herr über alles was im Himmel und auf der Erde ist, selbst im tiefsten Meer. Wir können ihn mit unserem Verstand nicht fassen, nicht einmal der schlauste Professor ist dazu in der Lage. Wir können nur an ihn glauben und ihn fest in unserem Herzen spüren. Wenn du abends betest, fühlst du, da ist einer, der dir zuhört. Auch Oma siehst du nicht, wenn du mit ihr telefonierst. So ist das auch mit Gott. Es ist schwer für uns zu verstehen, dass es Gott gibt, weil wir ihn nicht sehen können. Aber unser Glaube hilft uns, ihn fest in uns zu spüren.“ „Jetzt verstehe ich dich. Das hast du fein erklärt Mutti. Bisher habe ich immer gedacht hinter irgendeiner Wolke versteckt sich die Himmelstür. Dabei kann ich sie hinter den Wolken gar nicht finden. Ja, ich fühle, wenn ich abends mit Gott rede, dass er da ist.“ „Das ist das Wichtigste“, bestätigte die Mutti, „so hast du die Tür zum Himmel längst gefunden.“
Gemeinsam fuhren beide heim. Trixi war glücklich über ihre erste Radtour mit der Mutter. Im bevorstehenden Sommer würden sie sicher des Öfteren gemeinsam ins Grüne fahren.

(c) Christina Telker

Herzlichen Dank an Christina vom

Garten der Poesie

für die freundliche Erlaubnis zur
Veröffentlichung von Text und Bild!

2 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. Claudia
    Jan 22, 2020 @ 11:18:27

    Seeeeehr schööööön

    Gefällt 1 Person

    Antworten

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